ARCH+ 240


Erschienen in ARCH+ 240,
Seite(n) 44-49

ARCH+ 240

Éric Lapierre Experience: Studierendenwohnheim Chris Marker

Von Éric Lapierre Experience

Zahlreiche innerstädtische Flächen in Paris gehören den öffentlichen Verkehrsbetrieben RATP. Damit hat das Unternehmen entscheidenden Einfluss auf die Entwicklung der knappen Ressource Bauland. Dieser Verantwortung folgend, unterzeichnete der Konzern 2014 gemeinsam mit der Stadt Paris eine Absichtserklärung, die im Rahmen der Moder­nisierung zahlreicher unternehmenseigener Industrieanlagen im Pariser Stadtgebiet den Bau von 2.000 neuen Wohneinheiten mit einem Anteil an Sozialwohnungen von mindestens 50 Prozent bis 2024 vorsieht.

Eines der ersten realisierten Beispiele für die programmatische Umnutzung bzw. Erweiterung ehemals rein gewerblich genutzter Flächen und Infrastrukturanlagen durch neue städtische Nutzungen ist das Projekt „Tombe Issoire“, das eine Neustrukturierung des seit dem späten 19. Jahrhundert existierenden Busdepots an der Porte d’Orléans vorsieht. Auf rund 2 Hektar Fläche entstehen auf dem größtenteils in den Untergrund verlegten Bus­depot mehr als 660 Wohneinheiten, Geschäfts- und Büroräume, Gartenflächen und soziale Infrastrukturen wie eine Kindertagesstätte. Wesentliches Element der Um­strukturierung des Busdepots stellt der Bau eines Studierendenwohnheims auf 6.500 Quadrat­meter Grundfläche vor. 2007 hat Éric Lapierre Experience den da­für ausgeschriebenen Wettbewerb mit einem Entwurf gewonnen, der kompakte Appartements mit zahlreichen Gemeinschaftsflächen in einer geometrisch klaren Großform vereint. Die 11 Stockwerke hohe Fassade des nun­mehr größten Pariser Studierendenwohnheims erstreckt sich in ihrer Länge über rund 100 Meter entlang der Rue de la Tombe Issoire.

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