ARCH+ 237


Erschienen in ARCH+ 237,
Seite(n) 60-63

ARCH+ 237

Bruno Schindler: Schauplätze der Macht

Von Kuhnert, Nikolaus

Unter den beschriebenen Bedingungen der Auflösung der bisherigen Redaktion war Bruno Schindler ein Glücksfall. Mit den sogenannten Schwarzen Seiten begleitete er seit 1983 die Ausgaben von ARCH+. Kennengelernt hatten wir uns durch einen Film, in dem Günther Uhlig einen von Schindlers Adepten porträtiert hatte und dieser deshalb in persona beim Lehrstuhl für Planungstheorie aufkreuzte, um Uhlig zur Rede zu stellen und die falsche Interpretation seines Schützlings im Films zurechtzurücken. Weil Günther Uhlig zu diesem Zeitpunkt nicht am Lehrstuhl war, lernte ich so den aufgebrachten Schindler kennen. Um was es bei seinem Ärger im Einzelnen ging, erinnere ich mich nicht mehr. Ich weiß nur noch, dass wir uns auf diese ungewöhnliche Weise kennengelernt haben und er von Anfang meiner Redakteurstätigkeit bis zu unserem Projekt Berlinmodell Industriekultur die ARCH+ kritisch begleitete, das heißt während meiner Zeit in Aachen und in den ersten Jahren nach meiner Rückkehr nach Berlin. Zur ARCH+ und damit auch zu mir spielte er den kritischen Widerpart, hochgebildet, aber vollständig isoliert in Aachen, gleichzeitig der Guru einer Gruppe Gleichgesinnter ehemaliger Architekturstudenten.

Bruno Schindlers Einfluss war Dieter Hoffmann--Axthelm zufolge mit einer „traditionelle[n] Wendung“ zu vormodernen Positionen verbunden und letztlich der -entscheidende Anlass für dessen „langsame[n] Rückzug aus der ARCH+“1: „Dann kam eine weitere Wendung durch Bruno Schindler hinein, der aus einer historischen Perspektive verwirrende Blicke auf die Moderne warf. Er entzog sich jeglicher Charakterisierung von modern und postmodern. Sein Medium waren die ‚Schwarzen Seiten‘ jener Zeit, eine Argumentation über Bilder und Kurztexte. Es waren gleichsam Einwürfe von der Seite.“

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