ARCH+ 175

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Erschienen in ARCH+ 175,
Seite(n) 9

ARCH+ 175

Architekturbild

Von Harbusch, Gregor

Im zehnten Jahr seines Bestehens widmete sich der vom Stuttgarter Verein architekturbild e.v. thematisch ausgelobte Europäische ArchitekturfotografiePreis dieses Jahr dem Thema Arbeitsplätze und benannte damit zum ersten Mal eine konkrete Kategorie von Räumen als Motiv. Aus 337 Einsendungen wählte die Jury unter Vorsitz von Aaron Betsky vier Gewinner aus: Daniela Finke (1. Preis), Wolfgang Dürr (2. Preis), Andrea Botto sowie Koen van Damme (je ein 3. Preis). Darüber hinaus wurden 24 lobende Erwähnungen ausgesprochen.

Sehenswerte Architektur wird auch dieses Jahr fast nie ins Bild gesetzt. Viele der Bilder scheinen eher als Portraits im doppelten Sinne begreifbar. In Nahsichten zeigen sie nüchterne Mikro- und Funktionsräume, denen eine flüchtige individuelle Spur eingeschrieben ist. Andere Bildserien rücken wiederum monumentale oder monotone Räume in den Vordergrund, in denen die Arbeitenden beinahe untergehen. So trägt die Architekturfotografie ihre spezifische ästhetische Arbeitsweise in soziale Alltagsräume hinein und schließt damit an die Thematik der ersten Auslobung von 1995 (“Mensch und Architektur”) an, dieses Mal erweitert um den aktuellen prekären gesellschaftlichen Hintergrund. Damit öffnet sich die Architekturfotografie künstlerischen und sozialen Fragestellungen. Es läßt sich jedoch fragen, ob die Architekturfotografie hierfür die richtige Disziplin ist. architekturbild e.v. gebührt das Verdienst, diese Frage angestoßen zu haben.

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