ARCH+ 183

Kostenloser Download


Erschienen in ARCH+ 183,
Seite(n) 82-83

ARCH+ 183

Détournement

Von Debord, Guy /  Jorn, Asger

Als eine der wirksamsten Methoden zur Sabotage des Spektakels und zur Schaffung einer neuen Situation gilt den Situationisten die Zweckentfremdung. Zweckentfremdung zerstückelt die scheinhafte Totalität des Spektakels und erlaubt, aus den Trümmern und Bruchstücken, die in einen neuen subjektiven Sinnzusammenhang gestellt werden, die kreative Produktion der eigenen Lebenswirklichkeit. Sie ist die Bedingung zur Kreation von Milieus, in denen neue Identitäten und Werte in beliebiger Zahl spielerisch generiert werden können. Sie erlaubt die Eingliederung jetziger oder vergangener Kunstproduktion in eine höhere Konstruktion der Umwelt. Ursprünglich vor allem im ästhetischen Rahmen verwendet, wird die Zweckentfremdung auf die politische Aktion ausgeweitet und zur Signatur der ganzen Bewegung. Die Situationisten bedienen sich völlig unbefangen aller greifbaren Requisiten der abendländischen Kulturgeschichte: beliebiges Herbeizitieren von anderen Texten, Zweckentfremdung der Sprache selbst durch Buchstabengedichte, das Übermalen, Auseinanderschneiden und Zusammenkleben von bestehenden Kunstwerken, die Zweckentfremdung von Comic Strips durch das Einsetzen revolutionärer Inhalte in die Sprechblasen. Juri Steiner

 

SSS Siedle Dornbracht Euroboden
Feedback erwünscht!