ARCH+ 159/160


Erschienen in ARCH+ 159/160,
Seite(n) 26-33

ARCH+ 159/160

Die Einheit von Form und Konstruktion

Von Schlaich, Jörg /  Kraft, Sabine

Sabine Kraft: Herr Schlaich, Sie haben beruflich bei Fritz Leonhardt angefangen, dem avanciertesten Betonbauer der 60er Jahre. Sein Name steht u.a. für die Einführung des Spannbetons. Heute sind Sie weltweit anerkannter Ingenieur für Leichtbau und Ihr Name wird mit eleganten High-Tech-Lösungen verbunden. Wie sind Sie aus der Betonecke herausgekommen? Jörg Schlaich: Ihre Frage suggeriert, daß Leichtbau sich vor allem durch das Material definiert. Das ist so nicht richtig. Ich habe mich viel mit Betonschalen beschäftigt, das ist auch Leichtbau. Es ist die Form, die eine Struktur schwer oder leicht macht. Natürlich ist der Leichtbau für den Ingenieur ein besonders attraktiver Ansatz, weil er die Chance eröffnet, die Konstruktion sichtbar zu lassen, aber er ist kein Selbstzweck! Beton ist für bestimmte Gebäude unverzichtbar. Im Tunnelbau oder im Wohnungsbau wäre Leichtbau Blödsinn. Ich will doch keine leichte Trennwand zu meinem Nachbarn haben. In meiner Praxis war der Leichtbau allerdings häufig der richtige Weg, das Mittel zum Ziel. Und das Ziel ist ein gutes Bauwerk. ...

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