ARCH+ 103

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Erschienen in ARCH+ 103,
Seite(n) 74-76

ARCH+ 103

Löcher im Bauch

Von Flierl, Bruno /  Kuhnert, Nikolaus /  Oswalt, Philipp

Bruno Flierl ist einer der bekanntesten Architekturtheoretiker der DDR. Er brach 1951 sein Studium an der HfbK in Westberlin ab und ging nach Ostberlin, um dort bei der Gestaltung der neu entstehenden sozialistischen Gesellschaft mitzuwirken. Nach Jahren theoretischer Arbeit wurde er 1961 zum Chefredakteur der Zeitschrift "Deutsche Architektur" berufen. Aber schon bald fiel er bei der Partei in Ungnade und verlor 1964 seinen Posten. Später forschte er mit Hans Schmidt über architekturtheoretische Probleme. Aufgrund eines Vortrages an der Akademie der Künste der DDR im Mai 1968, in dem er die offizielle Baupolitik kritisierte, durfte er zwei Jahre nicht publizieren. Im Dezember 1971 legte Bruno Flierl seine Dissertation "Architektur und Gesellschaft" vor, deren Verteidigung aus ideologischen Gründen vom ZK der SED kurzfristig abgesagt wurde und erst ein halbes Jahr später erfolgen konnte. Die Veröffentlichung seiner Arbeit über die Stadtgestalt von Berlin wurde von der Berliner SED unterbunden. Als Bruno Flierl im Oktober 1981 bei einem Vortrag vor Künstlern und Architekten wiederum die offizielle Baupolitik kritisierte, wurde er erneut gemaßregelt. In Folge dieser Auseinandersetzung erlitt er einen Schlaganfall. Glücklicherweise hat er sich davon so weit erholen können, daß Arbeit möglich blieb. Bruno Flierl will sich keineswegs als Opfer des DDR-Sozialismus, sondern als dessen engagierter und kritischer Mitstreiter verstanden wissen, der notwendigerweise in Konflikt mit der Macht geraten mußte. …

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