ARCH+ 222: Projekt Bauhaus 1: Kann Gestaltung Gesellschaft verändern?

Die Jahresfrage von „projekt bauhaus“ und damit dieses Heft haben ganz bewusst die wichtige Frage nach Inhalten einer Transformation zurückgestellt, um sich ganz der Frage zu widmen, welche Rolle Gestaltung – und damit auch die Gestalterin und der Gestalter – hierbei einnehmen kann, wie die Frage von Veränderung also methodisch betrachtet werden kann. Zudem wurde die Betrachtung auf Beispiele aus traditionellen Industrieländern begrenzt, um zunächst die Möglichkeiten und Herausforderungen des eigenen gesellschaftlichen Kontextes zu behandeln.

Die Behandlung der Jahresfrage ist in vier Themenfelder strukturiert. Das erste Kapitel widmet sich den „Modellen der Veränderung“, die mit Gestaltungen verfolgt werden. Die anderen drei fokussieren auf zentrale Aufgaben von Gestaltung. Das zweite Kapitel widmet sich dem „Gestalten der Aufmerksamkeit“. Denn Gestaltung von Gesellschaft ist nicht begrenzt auf die Ausformung des Alltagslebens, sondern beginnt mit der Frage, wie Aufmerksamkeiten strukturiert und das Denken und gesellschaftliche Auseinandersetzungen konfiguriert werden. Es stellt sich die Frage, wie Wahrnehmungen in Alltag und Gesellschaft, wie Debatten, Wünsche und Entscheidungssituationen gestaltet werden.

Das dritte Kapitel widmet sich dem „Gestalten des Selbst“. Denn Gesellschaften prägen nicht nur Individuen, sondern Individuen konstituieren mit ihren Praktiken Gesellschaften. Mit der Krise gesellschaftlicher Utopien und der Entstehung neuer Möglichkeiten der Selbstvermessung, des Selbstmanagements und der Selbstoptimierung ist das Individuum in den Fokus gestalterischer Aufmerksamkeit gerückt. Das vierte Kapitel schließlich widmet sich dem „Gestalten von Situationen“ und damit jenen Bereichen, in denen Gestaltung am direktesten Ideen von gesellschaftlichem Lebensalltag artikuliert.

In jedem Kapitel werden in Synopsen grundlegende Handlungsmodelle von Gestaltung knapp vorgestellt und meist mit ausgewählten Projekten vertieft. Insbesondere im vierten Kapitel handelt es sich dabei nur um ausgewählte exemplarische Modelle, die um weitere zu ergänzen sind.

Das letzte Kapitel stellt – ausgehend von einem Beitrag von Reinhold Martin – die zuvor vorgestellten Ansätze in den Kontext heutiger Berufspraxis und gesellschaftlicher Entwicklungen. Die Projektbeispiele umreißen dabei die beiden Extrempole von Affirmation und Utopie.

 

Inhaltsverzeichnis

Thema

3

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Editorial

4

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projekt bauhaus, Jahresfrage 2016: Kann Universalität spezifisch sein?

5-7

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Einleitung

8-9

Intro: Modelle der Veränderung

10-11

Synopse: Lebensreform

12-15

Monte Verità

16-21

Dornacher Antroposophenkolonie

22-23

Synopse: Genossenschaftsbewegung

24-25

Synopse: Sozialismus

26-27

Synopse: Verwissenschaftlichung und Technisierung

28-31

Splanemannsiedlung

32-33

Synopse: Autonomie

34-37

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Neue Konspiration

38-41

Ungehorsam der Gestaltung

42-45

Aldo Rossi und das Projekt der Autonomie

46-49

Locomotiva 2

50-53

Die Debatte um kritische Architektur

54-57

Transformationsdesign

58-59

Intro: Gestalten der Aufmerksamkeit

60-63

Framing als Analysemodell und Gestaltungsfrage

64-65

Moralischer Konsum

66-67

Synopse: Kritik durch Gestaltung

68-71

Charter of Dubai

72-74

Critical Design

75

United Micro Kingdoms

76-77

Synopse: Wunschproduktion

78-81

Esso-Häuser Reeperbahn St. Pauli

82-85

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Neubebauung Areal Esso-Häuser

86-89

Lotville - Landscape of Desire

90-91

Intro: Gestalten des Selbst

92-95

Synopse: Selbstdesign

96-99

Face to Facebook

100-101

Synopse: Neue Gemeinschaften

102-105

Boom Festival

106-111

Zur Gestaltung des "Neuen Menschen" in der frühen Sowjetunion

112-114

Dasein als Design

115-119

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Konsum als Design

120-121

Das Wissen des Profils

122-125

Ist Selbstdesign Gesellschaftsdesign?

126-127

Intro: Gestalten von Situationen

128-133

Wohnungskooperative, Socgorod und Neues Bauen in der Sowjetunion 1925-1932

134-135

Synopse: Kritik als Dienstleistung

136-138

7 + 1

138-139

Monte Carasso

140-145

Die Aufgabenstellung gestalten

146-149

FRAC Nord-Pas de Calais

150-151

Synopse: Reallabore

152

Architektur als Instrument der Demokratisierung

153-155

SAAL-Projekte im Großraum Porto

156-159

Schieblock und Luchtsingel

160-161

Den Auftraggeber gestalten

162-165

LABO XX

166-167

Synopse: Szenarien

168-169

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Kreativquartier München

170-173

Leitbildprozess Karlsruhe

174-176

Totale Gestaltung

177-179

Big Changes

180-183

Two World Trade Center (2 WTC)

184-188

Affirmation, Dissidenz, Utopie

190-195

Cloud Cities

Features

201-218

ARCH+ features 47: Assemble

Zeitung

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Eine Faszinationsgeschichte des Leichten

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Oskar Hansen und die offene Form

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Wohnungsfrage

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