ARCH+ 222


Erschienen in ARCH+ 222,
Seite(n) 42-45

ARCH+ 222

Aldo Rossi und das Projekt der Autonomie

Von Aureli, Pier Vittorio

1956 trat Aldo Rossi der Kommunistischen Partei Italiens bei. Bei dieser Entscheidung war er von den Schriften Antonio Gramscis (1891–1937) und insbesondere von dessen Betrachtungen über die Rolle der Intellektuellen beeinflusst. Der politische Philosoph Gramsci sah den Intellektuellen als autonom, jedoch mit den Parteiorganen organisch verbunden und daher für die Schaffung von deren einflussreichen kulturellen Praktiken verantwortlich. Der Parteieintritt Rossis geschah fast zeitgleich mit dem XX. Parteitag der KPdSU und der gewaltsamen Niederschlagung des Ungarnaufstandes durch sowjetische Truppen, also zu einer Zeit, in der viele Linksintellektuelle in Westeuropa der Partei eher den Rücken kehrten.

Zu Rossis intellektueller Prägung zwischen 1954 und 1964 als politisch engagierter Architekturstudent und regelmäßiger Verfasser von Beiträgen für die von Ernesto Nathan Rogers herausgegebene Zeitschrift Casabella Continuità trug auch eine Serie von Artikeln bei, in denen er zu dem Schluss kam, dass Architektur nicht mehr das Produkt großer Meister sei, sondern ein Bestandteil der städtischen Evolution. ...

 

 

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