ARCH+ 220


Erschienen in ARCH+ 220,
Seite(n) 66-71

ARCH+ 220

Learning from Flanders: Stefan Devoldere im Gespräch mit Anh-Linh Ngo

Von Devoldere, Stefan /  Ngo, Anh-Linh

Seit Beginn der 1970er-Jahre erlebte Belgien eine Vielzahl tiefgreifender Staatsreformen, die mit einer weitgehenden Föderalisierung der entlang der Sprachgrenzen geteilten 'Gemeinschaften' – Flandern und Wallonien sowie die kleine deutschsprachige Gemeinschaft im Osten des Landes – einherging. Hoheitliche Aufgaben wurden dezentralisiert, Institutionen, Infrastrukturen, Verwaltungen mussten aufgebaut und untergebracht werden. In den 1990er-Jahren scheinen sich die dezentralen Strukturen soweit konsolidiert zu haben, dass sich die Frage nach der kulturellen Ambition der einzelnen Teilgebiete akut stellt. Die kulturelle Blüte, die Flandern seitdem in der Mode, im Tanz und in der Architektur erlebt, kann als eine Folge kluger kulturpolitischer Entscheidungen angesehen werden. Es dürfte kein Zufall sein, dass die Einrichtung der Institution des Vlaams Bouwmeester, des Flämischen Baumeisters, genau in diese Phase fiel. Bisher haben drei starke Persönlichkeiten dieses Amt bekleidet: Zunächst Bob Van Reeth, dann Marcel Smets und zuletzt Peter Swinnen. Letzterer musste aufgrund interner Differenzen Anfang 2015 von seinem Posten zurücktreten. Es bleibt zu hoffen, dass die politischen Entscheider erkennen, dass die Unabhängigkeit dieses Amtes wesentlich zum gegenwärtigen Erfolg der flämischen Architektur beigetragen hat. Um zu erfahren, welche Instrumente dabei maßgeblich waren und was die deutschen Bauverwaltungen von diesem Modell lernen können, traf sich ARCH+ mit Stefan Devoldere, der als stellvertretender Vlaams Bouwmeester derzeit die Amtsgeschäfte führt, zu einem ausführlichen Gespräch. …

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