ARCH+ 205 in der Presse:

Geschrieben am 08.06.2012
Kategorie(n): News, ARCH+ news, ARCH+ 205, Rezension, Servicearchitekturen, taz, BR2

"Nach der Lektüre von ARCH+ können wir bis auf Weiteres sagen: Die Peripherie ist das neue Zentrum." BR2 – Die internationale Zeitschriftenschau vom 27.06.2012

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"Wer wissen möchte, wo die eigentlichen Machtzentren der Gegenwart liegen, sollte diesen Zeitschriften und ihrem Blick hinter die Kulissen folgen." taz vom 07.06.2012

205_Breuer_650.jpg Foto: Frank Breuer

Auf BR.de > Radio > Bayern 2 > Nachtstudio > kios > Die internationale Zeitschriftenschau schreibt Thomas Palzer über ARCH+ 205: Servicearchitekturen unter anderem:

Meist nur im Vorbeifahren wahrgenommen, fehlte für diese monumentale Banalität der entwickelten Dienstleistungsgesellschaft bislang das erkenntnistheoretische Auge. ARCH+ … macht damit Schluss und liefert mit ihrer jüngsten Ausgabe, die sich dem Thema Servicearchitekturen widmet, Einsichten in das materielle Machtzentrum der Gegenwart.

"Die Voraussetzung für unseren täglichen Konsum sind Landschaften des Transports und der Logistik: Lagerhallen und Autobahnen, belebt von Güterzügen, LKWs und Lieferwagen, die sich im Einklang mit den penibel kontrollierten Zeitplänen der Just-in-Time-Produktion bewegen." Susan Nigra Snyder, Alex Wall
 
So beginnen im aktuellen ARCH+ Susan Nigra Snyder und Alex Wall ihren Essay über "Die Stadt als Totaltheater. Distribution als Triebkraft eines umfassenden Urbanismus". Diese Ensembles aus Lagerhallen ziehen die wirtschaftliche Potenz an sich und überlassen die Stadt und ihr Zentrum dem Konsum, dem Vergnügen und dem Tourismus. Mit der anderen Worten: Der Bühne, der Show, der Frontstage.

Wer von uns erliegt nicht gelegentlich oder auch des Öfteren dem leichtfertigen Kauf im Internet und ist sich bewusst, dass er damit eine ungeheure logistische Infrastruktur in Gang setzt -  was beweist, dass wir nicht nur Teil einer industrialisierten Landschaft sind, sondern diese täglich mitproduzieren und erweitern. Die Lagerschuppen außerhalb der Stadt zwingen dabei die Stadt selbst in eine Position des Peripheren, Nebensächlichen, Unwichtigen. Die altehrwürdige Stadt mit ihrem renovierten Zentrum, ihren Museen, Cafés, Geschenkshops und Postkartenständern wird zum rein symbolischen Ort gegenüber der Backstage, wo Fast-Food-Ketten die Ausfallstraßen säumen, die ihrerseits in einen gigantischen Parkplatz münden vor einem noch gigantischeren Walmart-Komplex.

Die serviceorientierte Ideologie von Container und Containment ist dabei, die Architektur der globalisierten Welt radikal zu verändern, in dem sie das Verhältnis von Peripherie und Zentrum ins Gegenteil verkehrt. Die logistischen Landschaften sind nicht nur die Kehrseite der aufgehübschten Stadtzentren, sie sind vielmehr die Bedingung dafür, dass Stadtzentren in dieser autoberuhigten und konsumfreundlichen Form überhaupt existieren können.

Nach der Lektüre von ARCH+ können wir bis auf Weiteres sagen: Die Peripherie ist das neue Zentrum.

Der gesamte Artikel findet sich hier: kiosk – Die internationale Zeitschriftenschau

 

Über ARCH+ 205: Servicearchitekturen schreibt Philipp Goll in der taz:

„Tumult“ und „ARCH+“ beleuchten die Dialektik des Containers und erklären, was es mit der Verkapselung der Gesellschaft und der Macht der Industriegebiete auf sich hat.

Die Unterscheidung von Zentrum und Peripherie hinterlässt also sehr wohl auch Spuren in der globalisierten Welt. Allerdings in dezentralisierter Weise. Zu einem ähnlichen Ergebnis kommen Charles Waldheim und Alan Berger in ihrem Beitrag über „Logistiklandschaften“ für die neueste Ausgabe der Zeitschrift ARCH+ („Service-Architekturen“).

Lagerhallen-Ensembles und Viehfarmen im Niemandsland oder Landschaften des Konsums an Ausfallstraßen zwingen dazu, von einer Verschiebung dieses Verhältnisses zu sprechen. In diesem neuen Typ von Landschaft sei längst mehr wirtschaftliche Potenz als in der Stadt angesiedelt, womit Letztere zu einem peripheren Ort werde.
Der altehrwürdigen Stadt komme bloß noch symbolische Bedeutung zu. „Frontstage-Städte“ nennen Susan Nigra Snyder und Alex Wall diese Orte der repräsentativen Architektur und Kultur.
Im Gegensatz zu den allein auf den Umschlag von Waren ausgerichteten „Backstage-Städten“.

Dass auch im Haushalt hinter den Kulissen Dienstbarkeitsarchitekturen die Versorgung gewährleisten, weiß Markus Krajewski. Er zeichnet die Entwicklung vom menschlichen Diener zum Internetserver nach. Und auch hier ist es der Knecht, der den Herrn beherrscht.

Der gesamte Artikel findet sich hier: "Die Peripherie ist das neue Zentrum"

SSS Siedle Dornbracht Euroboden
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