ARCH+ 240


Erschienen in ARCH+ 240,
Seite(n) 66-77

ARCH+ 240

"Ville légère" – Ein neues Narrativ für die diffuse Stadt – LIN

Von Geipel, Finn /  Klepel, John /  Kempe, André

ANDRÉ KEMPE: Finn, mit Deinen Büros Labfac, das Du 1983 gemeinsam mit Bernd Hoge und Jochen Hunger während des Studiums an der TU Stuttgart gegründet und ab 1987 mit Nicolas Michelin in Paris fortgeführt hast, und LIN, das Du 2001 gemeinsam mit Giulia Andi in Berlin öffnetest, bist Du sowohl in Frankreich als auch in Deutschland zu Hause. Gibt es eine bestimmte intellektuelle Prägung, die das Werk in den unterschiedlichen Phasen und Bürokonstellationen zusammenhält?

FINN GEIPEL: Da sind zunächst übergreifende Themen, mit denen wir uns im Büro beschäftigen und die in die Projekte einsickern. So beschäftigt uns das Thema der Offenheit als räumliches Ideal schon sehr lange. Wir stellen uns die Frage, was sie ausmacht und inwiefern Architektur sie herstellen oder dazu beitragen kann. Dieses Prinzip entwickelte sich zunächst aus Umberto Ecos Offenem Kunstwerk, das schon in den 1980er-Jahren eine große Wichtigkeit für mich hatte. Ein besonderer Fall bei dieser Suche nach offenen Räumen ist der „Monospace“. Die Idee einer ersten schützenden Hülle, die im Inneren eine große Offenheit ermöglicht. Das Raum-im-Raum-Prinzip erlaubt eine graduelle Abstufung zwischen innen und außen, zwischen definiert und nicht-definiert.

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