ARCH+ 240


Erschienen in ARCH+ 240,
Seite(n) 58-65

ARCH+ 240

"Weniger Material, mehr Platz"

Von Lacaton & Vassal /  Kempe, André

ANDRÉ KEMPE: Ihr habt Eure Zusammen­ arbeit 1987 begonnen. Lange Zeit wart Ihr eines der wenigen Büros, die jenseits der offiziellen französischen Architekturpolitik mit ihrem starken Fokus auf symbolische Bauten für eine andere Architektur eingetreten sind. Inzwischen hat sich eine neue Gene­ration herausgebildet, die sich auch auf Euch bezieht und die wir in dieser Ausgabe vorstellen. Inwiefern können diese jüngeren Büros methodisch an Eure Arbeit anknüpfen, oder, allgemeiner gefragt, inwiefern verfolgt Ihr selbst eine bestimmte Methodik?

ANNE LACATON: Es ist eine Mischung aus Intuition und Neugier und in dem Sinne auch Methode, dass wir versuchen, verschiedene Vorgänge parallel laufen zu lassen. In die Recherche und Konzeption ießen auch ganz konkrete Dinge ein, die Architekt*innen beim Entwerfen gewöhnlich machen: Man muss sich mit dem Ort und den Vorschriften vertraut machen, lesen, andere Projekte analysieren und so weiter.

JEAN-PHILIPPE VASSAL: Der Fantasie muss manchmal etwas nachgeholfen werden, aber gegenüber Zeichnungen, Skizzen und Modellen – unabhängig davon, ob sie mit dem Computer oder per Hand gemacht werden – sind wir sehr misstrauisch. Wir denken lieber im Gespräch miteinander nach, ohne den Ideen zu schnell eine materielle Form zu geben. Wenn man so will, ist also Sprache unsere Methode.

SSS Siedle Dornbracht Euroboden
Feedback erwünscht!