ARCH+ 240


Erschienen in ARCH+ 240,
Seite(n) 28-37

ARCH+ 240

Vom Glanz und Elend des französischen Neo-Rationalismus

Von Fromonot, Françoise

In der Geschichte der modernen Architektur waren Anthologien ein verbreitetes Mittel zur Etablierung von Ideologien. Sie dienten sowohl dem Meinungskampf als auch der kritischen Klärung und hatten maßgeblichen Anteil an der Kodifizierung der großen, im theoretischen Diskurs immer noch präsenten internationalen Ismen. Im 20. Jahrhundert nahm das Tempo der sich abwechselnden Strömungen als Reaktion auf vorangegangene Trends deutlich zu: der Internationale Stil (Walter Gropius: Internationale Architektur, 1925; Adolf Behne: Der moderne Zweckbau, 1926; Henry-Russell Hitchcock & Philip Johnson: The International Style, 1932), der Neue Brutalismus (Reyner Banham: The New Brutalism, 1955/1966), die Postmoderne (Charles Jencks: The Language of Postmodern Architecture, 1977), der Kritische Regionalis­mus (Kenneth Frampton: Towards a Critical Regionalism, 1983), der De­­konstruktivismus (Philip Johnson & Mark Wigley: Deconstructivist Architecture, 1988), der Parametrismus (Patrik Schumacher: Parametricism – A New Global Style for Architecture and Urban Design, 2008) …

In Frankreich wurde der Neo-Purismus, der die nationale Architekturszene in den 1980er- und 90er-Jahren beherrschte,1 in den Boom­jahren der Globalisierung Anfang der 2000er-Jahre von einem „neuen Eklektizismus“ abgelöst. Jetzt, wo dessen Glanz verblasst ist, erlebt ein „neuer Rationalismus“ Aufwind, wie ich hier in einer Projekt­zusammenstellung zeige.

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