ARCH+ 238


Erschienen in ARCH+ 238,
Seite(n) 118-125

ARCH+ 238

Postmodernism Is Almost All Right – Polnische Architektur nach der sozialistischen Globalisierung

Von Stanek, Łukasz

Das Projekt Post­modernism Is Almost All Right begann mit einer E-Mail. Ich arbeitete damals gerade an meinem Buch Architecture in Global Socialism. Zwecks Recherche fragte ich bei der Leiterin eines der führenden Architektur­büros in Warschau nach Namen von Kolleg*innen und Freund*innen, die in den letzten zwei Jahrzehnten des Kalten Krieges in Nordafrika und im Nahen Osten gearbeitet hatten. Die Aufstellung, die sie mir darauf hin übergab, las sich wie eine Hitliste der zehn wichtigsten polnischen Architekturbüros der 1990er-Jahre.

Angesichts dieser Entdeckung fragte ich mich: Könnte es sein, dass für eine junge Architektengeneration die Erfahrung, in den letzten Jahren des Sozialismus im Ausland gearbeitet zu haben, ein ausschlaggebender Faktor für den Erfolg im postsozialistischen Polen war? Die Recherchen dazu mündeten schließlich in der kleinen Ausstellung Postmodernism Is Almost All Right, die 2011 im Museum für Moderne Kunst in Warschau gezeigt wurde. Sie bestand aus einer Serie eigens dafür erstellter, großformatiger Zeichnungen. Zum einen zeigten sie Gebäude in verschiedenen polnischen Städten, die Architekt­*innen nach der Rückkehr von ihren Auslandsaufenthalten entworfen haben. Diesen stellten wir Zeichnungen von Projekten gegenüber, die dieselben Architekt*innen in den 1970er- und 1980er-Jahren in der Fremde realisiert hatten, hauptsächlich in Nordafrika und im Nahen Osten.

SSS Siedle Dornbracht Euroboden
Feedback erwünscht!