ARCH+ 236


Erschienen in ARCH+ 236,
Seite(n) 168-175

ARCH+ 236

Programmierte Architektur: NEST in Dübendorf bei Zürich

Von NFS Digitale Fabrikation

Auf den ersten Blick sieht das NEST in Dübendorf bei Zürich fast aus wie Selbstbauarchitektur: Drei weit auskragende, übereinander gestapelte Stahlbetondecken tragen unterschiedlich gestaltete Add-on-Module. Dieses Projekt der Schweizerischen Empa (Eidgenössische Materialprüfungs- und Forschungsanstalt) und Eawag (Eidgenössische Anstalt für Wasser­versorgung, Abwasser­reinigung und Gewässerschutz) ist jedoch kein DIY-Bau für kostengünstiges Wohnen, sondern eine High-Tech-Forschungs­architektur. Der Name ist Programm: Next Evolution in Sustainable Building Technologies.

Die Betonstruktur dient als konstruktives Grundgerüst für eine realmaßstäbliche Laborsituation, in der Wissenschaftler­*innen der ETH Zürich gemeinsam mit anderen Forschungseinrichtungen und Industriepartner*innen erproben, wie neueste Technologien im Bau eingesetzt werden können. Das Innovationsprojekt wird mit Geldern des Schweizerischen Nationalfonds (SNF) finanziert – mit dem Ziel, Forschungsthesen und -ergebnisse durch die Erprobung am gebauten und bewohnbaren Prototypen schneller zur Marktreife zu entwickeln. Jedes experimentelle Modul ist temporär, bis zum Abschluss des jeweiligen Forschungsprojektes (sechs bis zehn Jahre) rückbaubar angelegt, aber durchaus genehmi­gungs­pflichtig, so dass sich das Gebäude in einem dauerhaften Prozess des Wandels befindet. 

Anfang 2019 wurde auf einem Eckfeld der obersten Plattform das sogenannte DFAB House eingeweiht, das als Wohn- und Arbeitsraum für Gastwissenschaftler*innen konzipiert ist.

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