ARCH+ 236


Erschienen in ARCH+ 236,
Seite(n) 72-77

ARCH+ 236

Nichts ist gratis – was kostet Öffentlichkeit?

Von Friedberg, Michaela

Doch mit der Einführung privater Dienstleister und des Mobilfunks nutzten immer weniger Menschen Münztelefone. Sie wurden zunehmend durch Vandalismus zerstört, von Kriminellen genutzt und von Obdachlosen dauerhaft belegt. Da sie der Stadt zunehmend finanziell zur Last fielen, schrieb sie eine Neugestaltung der veralteten Geräte aus.

Aus dem Bieterverfahren ging das Projekt LinkNYC als Sieger hervor. Es sah einen schlanken schwarzen „Turm“ mit großen digitalen Benutzeroberflächen vor, der dem Monolithen aus Stanley Kubricks 2001 – A Space Odyssey auf unheimliche Weise ähnlich sieht. Auf der Hauptseite – neben Kopfhörer- und USB-Eingängen – können sich Nutzer*innen auf einem Android-Tablet Zugang zu Google Maps, Touristeninformationen, Videotelefonie und Notrufhotlines verschaffen. Auf beiden Seiten der Medienstation befindet sich je ein 55-Zoll-Bildschirm, auf dem Werbeanzeigen und öffentliche Bekanntmachungen geschaltet werden.

In einer öffentlichen Veranstaltung bezeichnete Dan Doctoroff, heute CEO der Alphabet-Tochtergesellschaft Sidewalk Labs und damals Stellvertretender Bürgermeister für Wirtschaftsentwicklung in New York, die Integration neuer Technologien in den Lebensalltag als wichtige Aufgabe der Stadt.

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