ARCH+ 233

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Erschienen in ARCH+ 233,
Seite(n) 271

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ONLINE-BEITRAG: Imperial Standards: die Industrialisierung architektonischer Fakten

Von Carver, Erik

Standardisierung – ob de facto oder de jure – beginnt mit der Übersetzung lokalen Wissens. Architekten des 19. Jahrhunderts arbeiteten mithilfe eines Kommunikationssystems, das im Dienst des neoimperialen Handels dieses Wissen zentralisierte und die Baumethoden vereinheitlichte.

Das Aufkommen moderner Vertragsdokumente führte zu einer Quantifizierung und Veränderung des Bauprozesses, da zunehmend Details und technische Daten den Bau vorab bestimmten. Die wesentliche Voraussetzung dafür bildeten die Notizbücher der Architekten und Ingenieure. Sie waren zugleich Handbücher und Abhandlungen sowie Kataloge und unterstützen mobile Fachkräfte mit Ratschlägen, Formeln und Daten wirkungsvoll bei der Umsetzung der Theorie in die Praxis. Später bildeten sie die Grundlage für grafische Standards und, mit ihren Raum- und Materialangaben, für frühe architektonische Computeranwendungen.

Aber obwohl dieser Vorgang die Praxis vereinheitlichte, förderte er die architektonische Vielfalt und inspirierte Spitzenarchitekten, sich für die Rückbesinnung auf das Lokale an persönlichen Bildern und Eindrücken zu orientieren. mehr

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