ARCH+ 214


Erschienen in ARCH+ 214,
Seite(n) 80-87

ARCH+ 214

Office KGDVS: Wochenendhaus in Merchtem

Von Office Kersten Geers David Van Severen /  Lusic-Alavanja, Sara /  Ngo, Anh-Linh /  Reese, Achim

Diese maison de plaisance, die das ganze Grundstück einnimmt, besteht aus vier gleichgroßen Räumen auf quadratischem Grundriss. Die Art, wie hier Räume unterschiedlichsten Charakters aneinandergereiht werden, erinnert an Rem Koolhaas’ hedonistische Dystopie Exodus von 1972. Hier wie dort besteht das räumliche Prinzip darin, dass jeder Raum ein autonomes Feld konstituiert, das unabhängig von dem Vorhergehenden und dem Nachfolgenden existiert. Gleich die erste Parzelle, ein steinerner Innenhof, behauptet die Autonomie einer Freizeitarchitektur, die sich von der Außenwelt emanzipiert. Obwohl der Hof unmittelbar an das Reihenhaus angrenzt, wird die Autonomie des Anbaus dadurch betont, dass keinerlei Fluchtlinien oder Höhen aufgenommen werden. Zwar überlagern sich die Öffnungen beider Fassaden, um einen Übergang zu ermöglichen. Aufeinander abgestimmt sind die beiden Durchbrüche aber nicht. Ihren Abschluss findet die Innenhofmauer in einem manieristisch anmutenden Sturz, der vor dem Fenster des Reihenhauses verläuft und die Grenze zwischen alt und neu bewusst inszeniert. In deutlichem Kontrast zu diesem asketischen Hof, der lediglich mit einer massiven Tischtennisplatte und einer faltbaren Wand entlang des Durchgangs ausgestattet ist, wartet das zweite Feld mit einer arkadischen Landschaft.

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