ARCH+ 214


Erschienen in ARCH+ 214,
Seite(n) 56-57

ARCH+ 214

BuildingBuilding: Galilei Pavillon

Von BuildingBuilding /  Lusic-Alavanja, Sara /  Ngo, Anh-Linh /  Reese, Achim

Dieses Oszillieren zwischen ästhetischer Autonomie und gesellschaftlicher Bedeutung ist ein Grund für das Revival der follies in der Postmoderne. Gerade ihre Funktionslosigkeit prädestinierte sie dafür, zum bevorzugten Typus in der kritischen Auseinandersetzung mit der funktionalistisch erstarrten Moderne zu werden. Ein berühmtes Beispiel für die Neuinterpretation dieses Typus sind Bernard Tschumis follies im Parc de la Villette (1983), die frei von jeglicher Programmatik für die Aneignungsoffenheit der neuen Architektur stehen. Die Renaissance der follies kann aber auch als Indiz für das Aufkommen einer postindustriellen Freizeitgesellschaft interpretiert werden, deren postmodernes Architekturverständnis vor allem den Unterhaltungswert der Architektur betont. Da das Raumprogramm vernachlässigbar ist und die Übereinstimmung von Signifikant (Form) und Signifikat (Inhalt) im folly weitgehend hinfällig ist, kann sich der Architekt auf die formale Setzung fokussieren. Dass dabei dennoch Aussagen getroffen werden können, die über die Architektur hinausweisen, beweist das Projekt Galilei Pavillon von BuildingBuilding.

 

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