ARCH+ 213


Erschienen in ARCH+ 213,
Seite(n) 42-43

ARCH+ 213

Woran geht Venedig zugrunde?

Von Cicuttin, Kim Angie

Fracastoro konnte sich nicht vorstellen, “dass es eine menschliche Macht gibt, die sich dem widersetzen kann”. Die natürliche Wasserströmung innerhalb der Lagune wurde als Grund des sinkenden Wasserpegels angesehen. Um gegen die Verlandung anzugehen wurden im 17. Jahrhundert die Zuflüsse, die Sand und Geröll transportierten, an dem Flussdelta vorbei direkt ins Meer geführt, eine erstes großes Bauvorhaben mit dem sich die Venezianer der Natur widersetzt hatten. Aber die Eingriffe erwiesen sich als unkalkulierbar und eine große Bedrohung für die Lagune. Für Venedig, im Mittelalter eines der größten Handelszentren des Mittelmeerraumes, bedeuteten die Schwierigkeiten mit dem sinkenden Pegel gleichzeitig einen Verlust an Macht und Reichtum. Kanäle mussten, um sie schiffbar zu halten, laufend ausgebaggert werden. Aufgrund der geografischen Lage war es für Venedig nicht möglich, einen eigenen Hafen, der das Einlaufen größerer Schiffe ermöglicht, zu gründen. Erst 1918 wurde am nordwestlichen Lagunenrand mit der Anlage eines Hafens begonnen. Porto Marghera entwickelte sich zu dem bedeutendsten Standort der chemischen Industrie Italiens – mit verheerenden Folgen für die Natur. Die Betriebe leiteten ihre Abwässer direkt in die Lagune. Noch heute schimmert das Wasser in bunten Farben. Die stabilisierende Vegetation des Lagunenbodens ist größtenteils der Wasserverschmutzung zum Opfer gefallen. …

 

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