ARCH+ 168


Erschienen in ARCH+ 168,
Seite(n) 36-37

ARCH+ 168

Kommende chinesische Architektur

Von Fung, Stan /  Zhao, Yang

Tatsächlich registrierten die Studenten voller Erstaunen, daß Zumthor es in ihrer Klasse wahrscheinlich nur auf eine Punktzahl von 73,5 gebracht hätte – zu wenig, um zum Masterstudiengang zugelassen zu werden. Diese eigentümliche Inkongruenz zwischen internationaler Sichtbarkeit und lokalen Horizonten ist exemplarisch für die Internationalisierung der Architektur im heutigen China. Im folgenden sollen drei Aspekte dieses Internationalisierungsprozesses umrissen werden: der Austausch von Ideen und Informationen zwischen China und dem Westen; die Diversifizierung von architektonischen Medien in China sowie der Zugang zu den internationalen StarZirkeln; und last, but not least, eine innere Logik der Verlagerung und Verschiebung, die offensichtlich bei Fragestellungen wirksam ist, die noch immer ihrer endgültigen Klärung harren. Internationalisierung Die chinesische Architekturdebatte wurde zu Beginn der 1980er Jahre mit der Formulierung von zwei Positionen eröffnet. Diese werden entweder als ‘moderne Architektur’ und ‘nationaler Geist’ oder als ‘Moderne’ und ‘nationale Form’ charakterisiert. Obwohl beide Positionen mit modernen westlichen Sichtweisen verwandt scheinen, gibt es hierbei jedoch drei bedeutsame Verschiebungen. Hinsichtlich der Entwurfsthemen konzentrieren sich beide chinesischen Positionen auf die “Außenperspektiven” von Gebäuden. Welche Position sie auch vertreten mögen, chinesische Architekten kommen nicht umhin, Fragen des Grundrisses, des Querschnitts und des Raums zu berücksichtigen, doch es hat den Anschein, als würde sich die Unterscheidung der beiden Positionen in erster Linie auf Aspekte des äußeren Erscheinungsbildes von Bauwerken konzentrieren. …

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