ARCH+ 208


Erschienen in ARCH+ 208,
Seite(n) 30-34

ARCH+ 208

Metabolismus der Zwischenräume. Neue Typologien des Wohnens in Tokio

Von Tsukamoto, Yoshiharu /  Tsukamoto Laboratory

Eine Folge des permanenten Wandels ist, dass die durchschnittliche Lebensdauer eines japanischen Hauses gerade einmal 26 Jahre beträgt. Die daraus resultierende ständige Veränderung des Stadtbildes und zufällige Mischung von Häusern unterschiedlicher Generationen führen dazu, dass die Stadtlandschaft von Tokio vielfach als „chaotisch“ beschrieben wird. Tokios Stadtgestalt unterliegt diesem inhärenten Kreislauf von 26 Jahren – einem sich wiederholenden urbanen Stoffwechsel bzw. Metabolismus. Er unterscheidet sich jedoch erheblich von dem, was die metabolistische Bewegung der 1960er ins Auge gefasst hatte. Deren Konzept permanenter Veränderung war von einem dualen Prinzip geprägt: dauerhafte (Gebäude)Kerne als Tragkonstruktion und Erschließung, und variable Kapseln, die beliebig austauschbar sein sollten. Dieses Stadtmodell setzt im Kern ein großmaßstäbliches Planungsverständnis und damit eine Konzentration von Kapital und Macht voraus. Wir erleben heute jedoch einen völlig anderen Metabolismus.

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