ARCH+ 146


Erschienen in ARCH+ 146,
Seite(n) 56-58

ARCH+ 146

The Absence of Architecture. Mies und die Moderne

Von Böhringer, Hannes

Er vollstreckt nur, was die Natur in ihm angelegt, ihm aufgetragen hat. Deshalb heißt philosophieren, der Natur zu folgen, naturgemäß zu leben, und Kunst heißt Nachahmung der Natur. Man braucht fast nichts Neues zu erfinden, wenn die Natur Vorbilder liefert, die man nur nachzuahmen braucht: Höhlen, Nester, Laubdächer zum Beispiel für die Architektur. Eigentlich braucht man gar nicht mehr zu bauen, denn Höhlen, Nester, Laubdächer sind ja schon da. Deshalb ist das Bauen nicht so wichtig wie das “Wohnen” (Heidegger), wie “Weltbürger” zu sein, in der Welt, das ist die Natur, zu leben. Die Welt ist die eigentliche Architektur: ein Tempel. Wer in diesem “Haus des Seins” lebt, hat alles, was er braucht, fast alles. Höchstens ein Minimum fehlt: die Tonne des Diogenes, Bild für das Fastnichts, zu dem Technik, Kunst und Kultur für den schrumpfen, der einer solchen Naturauffassung folgt, Obdach, Ausdruck und Gefäß für diese Auffassung. …

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