ARCH+ 206/207

Kostenloser Download


Erschienen in ARCH+ 206/207,
Seite(n) 7

ARCH+ 206/207

In Memoriam Bernd Meurer 11.2.1935 - 17.12.2011

Von Krausse, Joachim

Zwischen 1991 und 1996 gelang es ihm zusammen mit Regina Halter in vier Konferenzen und einigen Workshops interessantere Geister aus den entwerfenden Disziplinen mit originellen Theoretikern, Kritikern und Wissenschaftlern in lebendigen, oft kontroversen Diskussionen zusammenzubringen. Diesen Treffen des LdZ – zu Themen wie Modernisierung und Modernität, Die Zukunft des Raums, Revision des Gebrauchs und Die prozessuale Stadt verdanke ich weiterwirkende Begegnungen etwa mit Martin Pawley, Tomás Maldonado, Friedrich Kittler, Shutaro Mukai u.a. Obwohl es Bernd Meurer gelungen war, auch das Darmstädter Gespräch wiederzubeleben, blieb ihm die Einrichtung eines Innovationskollegs Darmstadt versagt.

Die Grundierung seiner gestalterischen wie theoretischen Haltung erhielt Meurer nach einer Bauzeichnerlehre bei Ernst Neufert als Student der HfG Ulm am Institut für industrialisiertes Bauen 1961-65, wo er anschließend als Assistent bis zur Schließung der HfG unterrichtete. Nach praktischer Entwurfstätigkeit erhielt er 1973 den Ruf der Fachhochschule Darmstadt als Professor für Gestaltung, wo er bis 2000 lehrte. Mit seinem dortigen Kollegen Hartmut Vincon gab er 1979 Kritik der Alltagskultur heraus und veröffentlichte das Standardwerk Industrielle Ästhetik. Zur Geschichte und Theorie der Gestaltung (1983). Von einer feinen Ironie, für die die Selbstironie wesentlich ist, zeugt “Der rechte Winkel von Ulm” (Bern Rübenach 1987), den Meurer herausgab und einleitete und das Symposion “Die Kunst des Zweifelns”, das anlässlich seiner Verabschiedung an der FH Darmstadt 2000 abgehalten wurde. Diese Kunst hatte er kultiviert, sie bewahrte ihn vor Dogmatismus und Erstarrung, und ihre Quelle war jene Ironie, die sein Lächeln immer mitspielen ließ.  

SSS Siedle Dornbracht Euroboden
Feedback erwünscht!