ARCH+ 151

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Erschienen in ARCH+ 151,
Seite(n) 14-15

ARCH+ 151

Event Cities

Von ARCH+

Maus, Themenparks, Vergnügungscenter und Events sind Signaturen eines kulturellen Wandels, der mit einer Auflösung bisher getrennter Sphären von Kultur, Politik, Gesellschaft und Wirtschaft einhergeht. Die Vermarktung von Städten und Regionen mit spektakulären Inszenierungen von Geschichte und Kultur, der Umbau der Innenstädte zum Erlebnisraum von Unterhaltung und Shopping sind Ausdruck dieser Entwicklung. Dieser Stadtumbau hat immer weniger die öffentliche Hand als Stadtentwickler zum Hintergrund: Die Kommerzialisierung der Stadt ist mit einem Verlust des öffentlichen Raumes, wachsender Kontrolle und der zunehmenden Ausgrenzung von Armut und Elend verbunden.

In der Event City feiert die Kommodifizierung der Kultur ihren Siegeszug. Die globale Popkultur drückt den Städten des 21. Jahrhunderts ihren Stempel auf. In die Routinen und imaginären Welten des städtischen Alltags werden die Bilder und Skripte der globalen Massenkultur eingewebt. Die Kultur der Stadt des 21. Jahrhunderts erweist sich als ein Feld widerstreitender Deutungen und Praktiken, des explosiven Nebeneinanders neuer Ungleichheiten und Ungleichzeitigkeiten. In dieser unübersichtlichen Situation wird es für Architekten und Städtebauer immer schwieriger, ihrer Verantwortung für die Gestaltung öffentlicher Räume nachzukommen. Der Wandel urbaner Lebenswelten im Zuge der Kulturalisierung der Stadt steht im Zentrum des zweiten Bauhauskollegs. Es wird die veränderten Bedingungen der Herstellung von Stadt in der Erlebnisgesellschaft analysieren und erforschen, um daraus gestalterische Strategien für eine event city beyond sprawl zu entwickeln. Erfolgreiche Teilnehmer des gesamten Kollegjahres erhalten das Bauhaus-Zertifikat (nicht staatlich anerkannt).

Das Programm richtet sich vornehmlich an Berufspraktiker folgender Disziplinen: Architektur, Kunst, Stadt- und Landschaftsplanung, Design, Sozialund Kulturwissenschaften. Besonders qualifizierte Bewerber mit unmittelbar zurückliegendem Hochschulabschluß können in Einzelfällen berücksichtigt werden. Teilnahmevoraussetzungen sind ein Hochschulabschluß und/oder mehrere Jahre Berufserfahrung, gute Englischkenntnisse (Arbeitssprache des Programms ist englisch), Grundkenntnisse der und Bereitschaft zur Arbeit mit neuen Medien. Bewerbungsunterlagen: Lebenslauf, Mappe, kurze Begründung des Interesses, Nachweis der englischen Sprachkenntnisse. Es werden bevorzugt Bewerber berücksichtigt, die sich für das ganze Jahr bewerben (September bis September), Bewerber für einzelne Trimester werden im Rahmen freibleibender Plätze aufgenommen. Studiengebühren 3.000 DM je Trimester. Eingeschlossen sind Arbeitsmaterialien, nicht eingeschlossen sind Kosten für Unterbringung, Lebenshaltung oder Reisen. Im Ateliergebäude des Bauhauses und im Wohnheim stehen preisgünstige Unterkünfte zur Verfügung. Details und Reservierungen nach Absprache. Den Teilnehmern stehen alle Einrichtungen im Bauhaus zur Verfügung – darunter eine Bibliothek, ein Archiv und ein Medienlabor. In den Arbeitsräumen des Kollegs stehen konventionelle wie auch Medienarbeitsplätze zur Verfügung. Stiftung Bauhaus Dessau Ute Lenssen – Projektmanagerin Tel. 0340 6508 402 und www.bauhaus-dessau.de

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