ARCH+ 201/202


Erschienen in ARCH+ 201/202,
Seite(n) 92-95

ARCH+ 201/202

WOHNEN: Gentrifizierung ist Klassenkampf von oben

Von Twickel, Christoph

Es gibt keinen Dr. No, der die Hebel und Knöpfe der Aufwertungs- und Verdrängungsmaschine bedient. Gentrifizierung findet statt, so die allgemeine Auffassung, wenn und weil Angebot und Nachfrage zusammenkommen. Auf der einen Seite die Nachfrager: der aufstrebende „Bionade Biedermeier“, jene neue, beruflich heterogene Angestellten- oder Freelancer-Kaste, die nicht, wie noch die Elterngeneration, im Vorstadt-Einfamilienhaus mit Garten, Garage und klaren Geschlechterrollen leben will. Auf der anderen Seite das Angebot: sanierte Altbauwohnungen, Fabriklofts, ausgebaute Dachgeschosse, Neubau- Eigentumswohnungen in zu „Szenevierteln“ aufgestiegenen innerstädtischen Wohngebieten. Angebot und Nachfrage treffen sich. Gewinner sind die Immobilienfirmen und Grundbesitzer, Verlierer sind alle die, die mit dem gestiegenen Preisniveau nicht mithalten können...

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