ARCH+ 201/202


Erschienen in ARCH+ 201/202,
Seite(n) 52-55

ARCH+ 201/202

Vision und Wirklichkeit – Kontinuitäten und (Auf-)Brüche in der Planung Berlins

Von Spruth, Daniel

Die frühe Postroutenkarte aus der Regierungszeit Friedrichs des Großen zeigt vom Zentrum der preußischen Monarchie strahlenförmig ausgehende Poststraßen. Obgleich sie in vielen Fällen nicht mehr mit den Streckenführungen der späteren Fernchausseen bzw. den heutigen Bundesstraßen übereinstimmen, bilden sie die Grundstruktur des radialen Berliner Wegesystems. Bis zur Industrialisierung ist Berlin mit anderen Städten durch große Überlandstraßen verbunden, die an den Stadttoren ihren Ausgang nehmen. Im Zuge des rasanten Wachstums zwischen 1890 und 1910 wandeln sich diese zu innerstädtischen Hauptstraßen. Der Beitrag des Stadtplaners Hermann Jansen zum Wettbewerb „GroßBerlin“ von 1910 sieht fünf große, bis zu 60m breite Ausfallstraßen vor, weiterhin einen Wald- und Wiesengürtel. Wenn auch nur andeutungsweise realisiert, wirkt dieser Beitrag aufgrund seiner raumordnenden, ganzheitlichen Dimension richtungsweisend für alle späteren Generalplanungen. Heute bilden laut Hildebrand Machleidt und Harald Bodenschatz die Radialen „das urbane Rückgrat der Stadt, sie sind ihre Lebensadern“. …

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