ARCH+ 184

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Erschienen in ARCH+ 184,
Seite(n) 80

ARCH+ 184

Second Life 1

Von Pollok + Gonzalo Architekten

Der Charakter des 70er Jahre-Kindergartens wurde durch die Sanierung nicht verleugnet, sondern durch Lichtführung, Farbgestaltung und Einbauten konnten die für diese Zeit typischen klaren Züge gestärkt werden. Die konzeptionelle Neugestaltung umfasste die funktionale Umplanung, eine Erneuerung der gesamten Gebäudehülle mit baubiologisch unbedenklichen Materialien und die energetische Sanierung zum Niedrienergie-Standard mit der Verbesserung der natürlichen Belichtung. Den konstruktiven und gestalterischen Anforderungen der jeweiligen Bauelemente entsprechend wurden die passenden Dämmsysteme ausgewählt. Der berechnete Heizenergiebedarf für den Bestand ergab einen Wert von 212 kWh/m2a. Dieser Wert konnte auf 57 kWh/m2a reduziert werden.

Es wurden neue Fenster mit Wärmeschutzverglasung zur Optimierung der solaren Gewinne eingesetzt. Hinzu kam ein verglaster Windfang im Süden, der als thermischer Puffer und Sonnenfalle fungiert. Neben der Dämmung von Wärmebrücken bei den Anschlusselementen (Betonpfeiler, Unterzüge, Bodenplatte) wurde eine Dachdämmung mit ca. 400 mm Isofloc zwischen den Wellstegträgern in die bestehende Dachkonstruktion eingebracht und die Ostfassade erhielt eine Mineralwolldämmung mit hinterlüfteter Eternitverkleidung. Zusätzlich wurden die Stirnseiten aus Ziegelmauerwerk mit einer Innendämmung aus 80 mm Foamglas und doppelter GK-Beplankung versehen. Zur Dämmung der nicht unterkellerten Räume kamen speziell entwickelte 15 mm Vakuumdämmpaneele (siehe S. 114 ff) unter dem Estrich zum Einsatz. Die dünnen Paneele stellen gegenüber dem Abbruch der Bodenplatte oder den Folgen einer Änderung der Bodenhöhe eine günstigere Alternative dar. An die Decken der Kellerräume wurde unterseitig 60 mm Mineralwolle gedübelt. Zugunsten des Synergieeffekts durch zeitversetzte Nutzungszeiten sowie Wartungsund Betriebseinsparungen wurde auch das Heizsystem erneuert und die vier einzelnen Heizungen (Pfarrzentrum, Kindergarten, Mesnerhaus, Kirche) durch ein zentrales Heizsystem ersetzt. Trotz einer Erneuerung der gesamten Gebäudehülle unter energetischen Gesichtspunkten konnte die klare Struktur der 70er JahreFassade erhalten bleiben. Die Ostfassade bestand ursprünglich aus Betonfertigteilen mit 25 mm Heraklit innenseitig. Durch eine Außendämmung mit 100 mm Mineralwolle und hinterlüfteter Eternitverkleidung konnte ihr k-Wert von 1,78 auf 0,28 W/m2K gesenkt werden. Zur Optimierung der natürlichen Belichtung in den Nebenräumen wurden die Fensterflächen vergrößert und zusätzliche Oberlichter in den Erschließungsflächen vorgesehen. …

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