ARCH+ 183

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Erschienen in ARCH+ 183,
Seite(n) 126-129

ARCH+ 183

Unvorhersehbare Freiheiten

Von Hubeli, Ernst

In der Architektur verschärft sich das Verhältnis von Autor und Leser zu einem Verhältnis von Täter und Opfer. In den letzten Jahrzehnten ist die Opferbereitschaft dramatisch gesunken, worin sich eine anhaltende kulturelle Enthierarchisierung spiegelt. Sie ist weder ein modischer, noch ein progressiver oder avantgardistischer Trend, sondern eine gesellschaftliche Tatsache. Folgt daraus, dass heute jedermann Architekt ist oder können „Experten“ die neuen Verhältnisse und ihre Leistungen besser antizipieren? Sicher ist, dass die Trends der letzten Jahre die Frage nicht beantworten – seien es orakelartige Formen oder stumme Rhetorik, seien es gut gemeinte oder subversive Partizipationsmodelle. Die Herausforderung dreht sich heute um eine kulturpolitische Machtverschiebung oder gar um einen Machtwechsel. So sind Architekturen, deren Zweck und Bedeutung man sklavisch nachvollziehen muss, Auslaufmodelle. Die Zukunft liegt in einer Architektur ohne Bedeutungen, der unvorhersehbare Freiheiten eingeschrieben sind, die mehr Blicke zurückwirft als sie auf sich zieht. Ernst Hubeli vertritt im folgenden Aufsatz das Argument, dass Architektur künftig weder als Objekt noch als Typ, sondern nur als Situation denkbar ist.

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