ARCH+ 39

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Erschienen in ARCH+ 39,
Seite(n) 50-52

ARCH+ 39

Der diskrete Charme der Krise

Von Gschwind, Friedemann

Ein Jahrhundert lang waren sie Zankapfel zwischen den Großmächten: die Gruben und Stahlindustrien der Saar. Beim (Wieder-)Anschluß des Saargebiets 1935 an das Deutsche Reich - 1920 war es nach dem Versailler Vertrag an Frankreich gefallen — ließ es sich das deutsche Kapital 900 Mio Francs kosten, wieder in den Besitz der Montanindustrie zu gelangen. 1947 wurde das Saarland wieder dem französischen Zollgebiet einverleibt — weil die saarländische Kohle so gut zum lothringischen Erz paßte. Heute sind Fördertürme und Hochöfen nur noch Hypothek, die Stahlkonzerne verlagern die Produktion an die Küste, billigere Importe aus Italien, Japan und auch aus den Entwicklungsland dem haben einen Marktanteil von knapp 90%. Die industrielle Revolution frißt ihre Kinder: seit 1965 verließen 60.000 Einwohner die Saar, um in wirtschaftlich stärkeren Regionen ihren Lebensunterhalt zu finden. Die Bevölkerung nimmt ab — unterbrochen nur von einem „Zwischenhoch" Anfang der 70er Jahre als auch die Stahlindustrie ihre letzte Hochkonjunktur hatte...

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