ARCH+ 174


Erschienen in ARCH+ 174,
Seite(n) 86-89

ARCH+ 174

Monumental Turn

Von D´Hooghe, Alexander

Von der Moderne als überwunden geglaubt, kehrt die Diskussion um ein zeitgenössisches Verständnis von Monumentalität immer wieder. Gibt es heute bei öffentlichen Bauaufgaben so etwas wie eine symbolische Form, die über sich hinaus verweist und dabei zugleich die sie umgebende Stadt strukturiert sowie, um es mit Mies auszudrücken, über die Zweckerfüllung hinaus zum “Träger des Zeitwillens” wird? Mit dieser Frage ist das Thema der Monumentalität berührt, die ohne ideologische Polemik und Scheuklappen unter Architekten und Stadtplanern wieder diskutiert werden sollte. In der Praxis ist mittlerweile ein wachsendes Unbehagen und eine damit einhergehende Relativierung der bisher dominanten Paradigmen wie Programm, Komplexität oder Technologie als dem erklärten Movens der Architektur festzustellen. Statt dessen sind Ansätze einer architektonischen Praxis erkennbar, bei der eine intuitive Suche nach einer neuen Art von Monumentalität zunehmend wichtiger wird. Diese Entwicklung bedeutet jedoch zugleich eine Rückkehr zu einem fast schon in Vergessenheit geratenen Konzept einer neuen Monumentalität, wie es in einer kontroversen Diskurstradition im Rahmen der Spätmoderne entwickelt wurde. Die folgende Untersuchung versucht anhand einiger der neuesten Arbeiten von OMA Berührungspunkte zu diesen Theorien einer neuen Monumentalität exemplarisch offenzulegen.

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