ARCH+ 174


Erschienen in ARCH+ 174,
Seite(n) 22-25

ARCH+ 174

Souterrain Den Haag

Von OMA /  Koolhaas, Rem

Den Haag ist in gewissem Sinne eine gefangene Stadt, die nicht nur vom Meer eingeschlossen wird, sondern auch von der Autobahn (die Amsterdam und Rotterdam verbindet) und von den benachbarten Städten. Damit ist Den Haag die einzige niederländische Stadt, deren Wachstumsmöglichkeiten ausschließlich in der Neudefinierung innerstädtischer Grundstücke liegen. Für diese Stadt ist Wachstum gleichbedeutend mit Verdichtung.

Den Haag, das Zentrum von Konservatismus und Bürokratie in den Niederlanden, plant mehr als 30 Projekte im Stadtzentrum, die bis zum Ende des 20. Jahrhunderts den Charakter und die Maßstäblichkeit der Stadt von Grund auf verändern werden. Überraschend ist, daß diese extreme Nachverdichtung (mehr als 500.000 qm zusätzlich nutzbare Fläche sind vorgesehen) Hand in Hand geht mit Plänen, den motorisierten Individualverkehr auf der Straßenebene zu verringern. Um das zu erreichen, wird um das Herz der Stadt eine ringförmige Straße gelegt, die eine 1.000.000 qm große, für den Autoverkehr unzugängliche ‘Insel’ abgrenzt. Entlang der Ringstraße befinden sich mehrere meist unterirdische Parkplätze. Diese werden zwar individuell an die Ringstraße angeschlossen, sind jedoch durch einen mehrgeschossigen Tunnel – halb Infrastruktur, halb Gebäude – miteinander verbunden.

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