ARCH+ 57/58

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Erschienen in ARCH+ 57/58,
Seite(n) 24-25

ARCH+ 57/58

Festhalle Unna

Von Brandt, Andreas

Diese Widersprüche habe ich teilweise als eine starke Belastung empfunden. Ich bin als normaler Architekt ausgebildet und habe vor einigen Jahren mit Kollegen ein großes Büro gehabt. In dieser Zeit bin ich ständig unzufrieden gewesen. Die Aufgaben, vor die man als Architekt gestellt wird, sind nur machbar, wenn man sich zu einem gewissen Grade Scheuklappen anlegt. Ich habe immer gezweifelt und zweifele auch heute noch an der Sinnfälligkeit der an uns gestellten Aufgaben. Die meisten Schwierigkeiten sind darin zu suchen, daß wir es mit einer Stadt zu tun haben, die sich im Umbruch befindet. Ich habe versucht, dem Phänomen des Verfalls der Stadt näher zu kommen. Die Straßen müssen sich immer stärker auf einseitige Nutzungen ausrichten, sie werden immer stärker funktionalisiert. Diese Nutzungsentmischung ist der Grund für die Verödung der Städte, die wir beklagten. Und auch der Mensch, der sich in diesen funktionalisierten Straßen bewegt, ist funktionalisiert. Es ist ein Mensch, der auf ein Ziel ausgerichtet, ganz bestimmten Bedürfnissen nachgeht, die sich innerhalb von Innenstadtbereichen vorwiegend auf Konsum ausrichten, und innerhalb der Randbezirke sich vorwiegend ausrichten auf das, was sich in der Wohnstube abspielt. Nachdem wir die Veränderungen der Stadt bildlich versucht haben zu erfassen, ist meine persönliche Ratlosigkeit etwas kleiner geworden. Seit mehr als zehn Jahren beschäftige ich mich mit dem Thema Straße...

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