ARCH+ 162


Erschienen in ARCH+ 162,
Seite(n) 6-7

ARCH+ 162

Kritik: Reflexive Moderne - nicht zum ersten Mal

Von Schwarz, Ullrich

Die Lage der Architekten ist nicht beneidenswert. Die Ware, die sie anbieten, wird derzeit wenig nachgefragt. Und wenn nicht alles täuscht, dann wird sich diese Nachfrage auf Dauer strukturell verringern. Die Ware Architektur mag Kulturgut sein, sie unterliegt aber in dieser Eigenschaft offenbar auch den Gesetzen des Marktes. Nicht zuletzt die mediale Ökonomie der Aufmerksamkeit entscheidet über Kursgewinne und -verluste. Bleiben wir bei der Börsenanalogie: Nach den wilden Kurssteigerungen der neunziger Jahre erleben wir heute einen dramatischen Wertverfall von Konzepten, die noch vor wenigen Jahren “einfach supercool“ waren. Eisenman und die kritische Architektur? Er glaubt selbst nicht mehr daran. Die Schweizer? Die Holländer? Wir erinnern uns dunkel, da war doch mal was. Der architektonische Gott, der aus dem Rechner kommt? Auch aus dieser Kirche sind wir ausgetreten. Coop Himmelblau müssen als architektonische Brennstoffhändler gut leben: Die immer selben Schrägbriketts lassen sich gut verkaufen. Selbst Libeskind macht das Singuläre inzwischen zum Serienprodukt, und dem Markt gefällt’s. …

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