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Erschienen in ARCH+ 100/101,
Seite(n) 94-99

ARCH+ 100/101

Die Sinnlichkeit des Gebrauchs

Von Müller, Michael /  Kuhnert, Nikolaus /  Oswalt, Philipp

ARCH+: Es gibt heute eine Pluralität der Lebensweisen — Alleinerziehende, Rentnerhaushalte, Singles, Jugendliche, Wohngemeinschaften etc.. Gleichzeitig geht der Standardgrundriß im sozialen Wohnungsbau noch immer von dem überholten Idealbild der Kleinfamilie aus. Dieses Ideal hat seine Wurzel im universellen Menschenbild der klassischen Moderne, die mit ihren humanen Gleichheitsvorstellungen erstmals ein Grundrecht an minimalen Wohnkomfort für alle verwirklichte (zuerst das eigene Bett für jeden, dann das eigene Zimmer). Gleichzeitig entstehen in der Moderne jedoch Ansätze zu einer Überwindung der idealistischen Vorstellungen der Kleinfamilie (die es auch in dieser universellen Weise nie gegeben hat). Es werden besondere Wohnungen für Alleinerziehende und Junggesellen entwickelt. Es entstehehen nachfunktionalistische Architekturkonzepte der Mehrfachbenutzbarkeit von Räumen im Tag-Nacht-Zyklus, die die eindeutige Zuweisung von Raum und Funktion sprengen. Ebenso wird über die Veränderbarkeit von Wohnungen nachgedacht, die Anpassung an den Lebenszyklus einer Familie oder die Zusammenlegbarkeit von Kleinstwohnungen. Alle diese schon nachmodernen Ansätze sind nach wie vor am Gebrauch orientiert.

Michael Müller: Erinnern wir uns zunächst daran, daß man im 19. Jh. die nackten Notwendigkeiten der Konstruktion und des praktischen Gebrauchs mit dem Ornament verdeckt hat. Wohl bewunderte man den Londoner Kristallpalast als ein gewaltiges Ingenieurwerk. Ihn als ein Werk der Baukunst zu schätzen, waren Kritiker, wie John Ruskin, jedoch nicht bereit. Das Ornament steht für Vieles. Insbesondere sollte es mit einer entfremdeten, fremd und abstrakt gewordenen Lebenswelt versöhnen und die dort nicht einzulösenden Formen individueller Lebensfreude, Emotionalität und Spontanität versinnbildlichen. Die Avantgarde der Moderne hat seit Anfang unseres Jahrhunderts, beginnend mit Adolf Loos, versucht, dieses ästhetisch gebannte Versprechen an entfaltetem Leben durch Raumgestaltung einzulösen. Mit der Zerstörung der Ornamente hat sie den Gebrauchswert der Architektur in den Mittelpunkt gerückt und ihm in ihren besten Bauten auch sinnliche Qualitäten verliehen. Es ist das Verdienst der Avantgarde, dabei den Wohnungsgrundriß zum zentralen Thema gemacht zu haben. Er gibt dem Architekten die Möglichkeit, sozial relevant und lebenspraktisch zu bauen.

In der Moderne wird jetzt erstmals auch der Nutzer, der Gebrauchende ernstgenommen. Dieses Konzept der Avantgarde beschränkte sich damals nicht allein auf die Architektur. Nehmen wir nur die Parallele zur Filmtheorie der 20er Jahre, wo es hieß, der eigentliche Produzent der Phantasie sei der Kinozuschauer. Gleichermaßen sprach Tretjakov in der Sowjetunion für die Literatur von der Hebammenfunktion des Autors. Das Heben der in den Köpfen der Menschen verborgenen Schätze sei seine neue Aufgabe.

Zwangsläufig fängt man auch an, sich in der Architektur für das Verhalten der Menschen in einem Raum bzw. einer Wohnung zu interessieren. Welche Erfahrungen lassen sich im Umgang mit Architektur machen? Bei den Planungen wollte man das berücksichtigen. D.h. auch, mit den Festlegungen behutsam umzugehen, wenige Vorgaben zu machen, um nicht einen ganz bestimmten Erfahrungskontext festzulegen und andere unmöglich werden zu lassen. Auch wenn die Avantgarde in dieser Hinsicht theoretisch richtig gedacht, praktisch aber doch auch viel falsch gemacht hat (man wollte meiner Einsicht nach ganz einfach zu viel erreichen), zeigt sich dennoch, daß sich der oft erhobene Vorwurf der Separierung der Lebensbereiche selbst bei den so beengten Minimalwohnungen des Neuen Frankfurts so nicht halten läßt. Bei Mart Stams Laubenganghäusern in der Hellerhofsiedlung ist es durch das Öffnen von Türen mit einem Handgriff beispielsweise möglich, die Terrasse und die Küche in den Wohnraum einzubeziehen. Eine völlige Festlegung des Raums gibt es selbst hier nicht, wo die finanziellen Möglichkeiten des sozialen Wohnungsbaus die Planungs- und Entwurfsphantasie des Architekten ganz besonders herausforderte.

Und doch ist die Avantgarde – zumindest bei den großen Planungen für Berlin und Frankfurt – nie soweit gegangen, den Benutzer selbst ins Spiel zu bringen. Daß, analog zur bereits erwähnten Filmtheorie, der Benutzer der eigentliche Produzent der (Raum)-Phantasie sei, ist für die moderne Architektur überhaupt erst noch zu entwickeln. Damals konnte der Benutzer noch nicht selbst in die Planungen eingreifen. Berücksichtigt wurde er im Sinne einer Universalkategorie innerhalb eines universellen Gesellschaftsentwurfs der planenden Intelligenz. Mit ihrem entwickelten Interesse für den Nutzer, das räumlich auch vom Material her sich hätte umsetzen lassen, befand sich die Avantgarde im Widerspruch zur eigenen, den Erfahrungen vorausgreifenden Planungsrationalität. Diesen Widerspruch hat sie nicht gelöst, sondern uns als Erbe hinterlassen. Deshalb auch sehe ich darin keinen nachmodernen Ansatz, heute über die Mehrfachbenutzbarkeit der Räume, etwa auch im Sinne der wachsenden Pluralität der Lebensstile, nachzudenken.

Was lehrt uns die Moderne heute trotz ihres versteckten Idealismus?

Sie hat vor allem dies vollbracht: Sie hat die lang gehegte, erst in der Moderne entstandene bürgerliche Vorstellung vom Wohnen, die Idee des Interieurs als eine in sich abgeschlossene Welt, als Illusion entlarvt und zerstört. Die architektonische Gestaltung der Räume war lange genug das „wärmende Herz der Häuslichkeit" gewesen. Die Avantgarde sprach von den überhitzten Stuben des 19. Jahrhunderts. Sie sollten jetzt auskühlen, damit die Menschen in einer ohnehin kalten Welt sich besser gewöhnten. Deshalb tritt an die Stelle des Interieurs der reduzierte, an Spuren arme Raum.

Damit hängt ein anderer, faszinierender Aspekt der Moderne zusammen: Die Architektur wird zur gleichen Zeit aufgrund technischer Einrichtungen beweglich und verliert ihren festen, festlegenden Charakter. Mit dem Einzug der Technik in die Wohnungen schlägt sich im Alltag die technologische Entwicklung nieder; sie wird dort wirksam und erfahrbar. Somit spiegelt sich in der Wohnung nicht nur die individuelle Erfahrung der Bewohner, sondern zunehmend auch der allgemeine Stand technischer Innovation. Von dieser Art erzeugter Gleichzeitigkeit der subjektiven Wohnkultur und der objektiven Kultur der Technik war die Avantgarde geradezu fasziniert.

Im Zusammenhang mit Technik und beweglichem Gebrauch entsteht in der Moderne das Konzept des Großraums, des Einraums, der durch Möblierung und Schiebewände in seinem Gebrauch definiert, differenziert wird und aufgrund der Beweglichkeit unterschiedlich benutzbar ist. Ist dies eine neue Idee?

Ich glaube, daß mit der Orientierung an den Gebrauchswerteigenschaften eher ein konservatives, ja ein beinah archaisch zu nennendes Moment in die Avantgarde hineinkommt. Denn wenn ich mich wirklich mit den Gebrauchswerten der Architekten beschäftige, werde ich ganz zwangsläufig entdecken, daß diese in ihrem Kern historisch doch sehr weit zurückreichen. Der Avantgarde ist, gerade in letzter Zeit, ihre radikale Haltung den tradierten Werten gegenüber vorgeworfen worden. Ihre Ornamentfeindlichkeit sei Ausdruck ihrer Unfähigkeit, in der Architektur historisches Bewußtsein zu veranschaulichen. Diese Radikalität gewinnt für mich aber gerade ihre so überzeugende Kraft, weil sie sich trotz Technikbegeisterung nicht scheut, auch zurückzugehen. Geschichte, auch die vergangene, ereignet sich immer nur im Augenblick. Und sie ereignet sich nicht als ein Kontinuum. Walter Benjamin ist am süditalienischen Bauernhaus die Bedeutung eines vom Gebrauch abhängigen Raums bewußt geworden. Dort hatten die einzelnen Stühle ihren Platz durch den, der sie benutzt. Und man sieht dem Standort der Stühle an, daß sie auch jederzeit einen anderen einnehmen könnten. Ich glaube, daß unter den Avantgardisten davon Josef Frank sehr viel gewußt hat.

Die Architektur schafft nicht mehr den Raum, sondern der Raum wird durch den, der ihn benutzt, geschaffen.

Der Raum reduziert sich auf das, was er vor der industriellen Revolution und lange vorm Anbruch der Moderne gewesen ist: Obdach zu geben, um nicht zu frieren und sich vor Sonne und Regen zu schützen. Give me shelter, wie die Engländer sagen. Diese Reduzierung, diese Bescheidenheit ist ein wichtiges Thema der Moderne. Womit übrigens auch die Idee angesprochen ist, Tätigkeiten aus der Privatheit der eigenen vier Wände in den öffentlichen Raum auszulagern, um sie dort gemeinschaftlich zu organisieren. Das steht der Kasernierung der Privatheit im bürgerlichen Interieur entgegen. Es ist übrigens Schiller gewesen, der noch im Anbruch der Moderne das Spannungsverhältnis zwischen Öffentlich und Privat im bürgerlichen Leben bereits auf den Punkt gebracht hat. Ein ideales Ziel sah er darin erfüllt, einmal bei sich sein zu können, dann aber die Türe zu öffnen und gleichsam mit einem Schritt außer sich zu sein. Schiller definiert hier das Beisichsein durch das Außersichsein. Und bei diesem Außersichsein ist das Subjekt im öffentlichen Raum noch im Spiel, denn es handelt sich nicht um das blosse Außerhalbsein.

Im Gegensatz zu Holland und Corbusier hat sich in Deutschland gegen die Idee des sich erst im Gebrauch definierenden Raumes Ende der 2Oger Jahre (und erst recht im Faschismus und der Nachkriegszeit) der Standardgrundriß durchgesetzt. Das bürgerliche Interieur wurde durch die neue Festlegung des quantitativ ermittelten Optimums ersetzt.

Das sind die deutlichen Grenzen der deutschen Avantgarde. Ernst Block wandte sich bereits 1918 gegen ein zu kurz gefaßtes „form follows function", als er die Sorge äußerte, daß sich „der Zauber der modernen sanitären Anlagen . . . als das Apriori der Maschinenware unmerklich noch in die entferntesten und kostbarsten Architekturgebilde" mischen könnte. Deshalb sei eines zu beachten: „Eine Geburtszange muß glatt sein, eine Zuckerzange aber mitnichten." Er kritisierte damit die zweckgebundene Gestaltung als unaufhaltsames Übergreifen der ökonomischen Rationalität des Kapitalismus auf alle Lebensbereiche. Walter Benjamins Vision war die einer Architektur mit lediglich organisierender Funktion. Das meint, daß die mit den Bauten eigentlich befaßten, die in ihnen sich das Leben organisierenden Menschen darin sich selbst den Ausdruck werden verschaffen können, der ihren Lebensinteressen angemessen ist. Zwischen den Einzelnen und dem Raum, in dem er lebt, gibt es sinnhafte Bezüge, denen Benjamin positiven Erkenntniswert beimißt. Aus gleichem Grund greift Benjamin das historische Interieur an, in dem sich die eingefrorenen Geschichtsspuren gegen den Menschen wenden, ihn zwingen, ein „Höchstmaß an Gewohnheiten anzunehmen, Gewohnheiten, die mehr dem Interieur, in welchem er lebt, als ihm selbst gerecht werden."

Im Widerspruch zur Standardisierungsdebatte hat die Avantgarde die Mobilität entdeckt und damit in zweifacher Weise das Wohnen dynamisiert. Zum einen mit ihrer Faszination für das großstädtische Hotelwohnen, die Idee des umherziehenden Weltbürgers, der das über Generationen angesammelte Interieur, diese Einfrierung von Geschichte hinter sich läßt. Dafür sind Entwürfe von Apartmenthäuser auf der Berliner Bauausstellung 1931 typisches Beispiel. Zum anderen hat die Moderne die Wohnung selber in Bewegung gebracht. Durch den Verzicht auf das Interieur erhält die technische Ausstattung u.a. mit den Möbeln Einzug. Und diese Ausstattung ist veränderbar, regt durch den Einzug neuer technischer Innovationen zu Auseinandersetzung mit der Gesellschaft an.

Benjamin sagt, daß innerhalb des bürgerlichen Interieurs die soziale Phantasie erlahmt, weil durch die Einfrierung von Geschichte die Auseinandersetzung mit der Gegenwart nicht möglich ist. In der Moderne hingegen wird durch die doppelte Mobilität — durch das Nomadentum der Bewohner einerseits und die Verwandelbarkeit der Wohnungsausstattung andererseits — die Auseinandersetzung mit der Gesellschaft geradezu herausgefordert.

Die Avantgarde antizipiert, sofern sie sich am Typus des Großstadtmenschen orientiert, eine von ihr zukunftsweisend begriffene Lebensform vitaler Identitätslosigkeit. Die Beweglichkeit der Räume, die Einbaumöbel und die standardisierende Funktion der Technik verwischen ja bereits deutlich die Spuren origineller, weil ortsgebundener Individualität. Sowohl mit den Wünschen und Lebensinteressen des Kleinbürgertums als auch denen des Proletariats war diese Vorstellung nicht in Übereinstimmung zu bringen. Ernst Bloch hat dazu in „Erbschaft dieser Zeit" sehr viel Richtiges geschrieben.

Heute sprechen wir angesichts der multikulturellen Situation (nicht nur) in unseren Großstädten erneut vom Verlust unzeitgemäß gewordener Identitätsbildungen zugunsten höchst lebendig und immer wieder aufs Neue herbeizuführender Übereinstimmungen der Widersprüche und Gegensätze in den Lebensstilen.

Ich glaube, daß das in den 20er Jahren entwickelte und nur geringfügig erprobte avantgardistische Raumkonzept, von dem in einer Einwanderer-Metropole wie New York bezeichnenderweise vieles realisiert ist, auch in dieser Hinsicht höchst aktuell ist bzw. werden sollte. Die Postmoderne verfährt in dieser Frage geradezu altväterlich mit ihren meist doch sehr ernst gemeinten Symbolbildungen. Große, einheitsstiftende Zeichen will man in die ausdifferenzierten Stadträume setzen. Anknüpfen will man an die Zeit der Stadttore, der Arkaden und Foren. Man soll sich wieder mit „seiner Stadt" identifizieren können. Aber keiner sagt einem einmal, was das eigentlich bedeutet, und vor allem: Ob das in dieser Form überhaupt noch gewünscht wird! Ist es wirklich nur ein unbedingt rückgängig zu machender Verlust an räumlicher Identität? Oder ist es vielmehr auch eine Chance, neu nachzudenken und dabei auch die bisherigen Nachteile, ja die Enge solcher vormaligen Bindungen zu begreifen?

Der Verlust einer vorgegebenen, historisch begründeten Identität erlaubt den Menschen, durch die Ausbildung einer eigenen Lebensweise ihre Identität selbst zu finden und in diesem Sinne durchaus Spuren zu hinterlassen. Das heißt für die Architekten, daß sie keine Identität definiert, sondern das der Benutzer durch sein Leben mit der Architektur sich selber eine Identität gibt und damit auch der Architektur. Das entspricht Otl Aichers These, das Subjekt ist eine Situation, ein Fall. Das Subjekt sei nicht etwas vorgegebenes, sondern definiert sich durch das Machen — sei es arbeiten, reden, musizieren, zeichnen ect. (Siehe ARCH+ 98.)

Wenn man heute die Moderne weiterentwickeln will, muß man ihr zu eng gefaßtes Gebrauchsverständnis kritisieren. Es geht nicht mehr um einen optimalen Gebrauch. Der Gebrauchswert einer Wohnung muß heute darin liegen, unterschiedliche Gebrauchsmöglichkeiten anzubieten. D.h. nicht, daß man — wie bei der üblichen Funktionalismuskritik — sich um den Gebrauch nicht mehr kümmert, sondern daß man mehrere Gebrauchsmöglichkeiten anbietet, die aus dem Gebrauch entwickelt sind.

Richtig. Hier liegt auch das Faszinosum der Technik, wie sie sich bereits auf immer noch auf sehr mechanisch-handwerkliche Weise bei dem von amerikanischen Patentmöbel beeinflußten Frankfurter Klappbett zeigt. Wenn man diese Gebrauchsmöglichkeiten - wie die Verwandlung von Wohn- zu Schlafräumen - vorsehen will, gelingt dies mit dem Einbau von Technik.

In den zwanziger Jahren war diese Technik noch äußerst simpel, eine Frage von Schraube und Scharnier. In den 60er Jahren wird das Konzept wieder aufgenommen. Archigram greift bei ihren Zukunftsvisionen das vorweg, was erst heute Realität geworden ist: Der Einzug des Computers in die Betriebe und Haushalte. Mit dem Computer werden Möbel, Licht, Klima und Klang steuerbar, mit Monitoren künstliche Welten verbildlicht.

Ein Raum muß mir auch die Chance geben, über Gebrauch nachzudenken und ihn selber bestimmen zu können. Durch die Anhäufung technischer Möglichkeiten entsteht die gleiche Gefahr wie bei den angehäuften Erfahrungen und damit festgeschriebenen Gewohnheiten des bürgerlichen Interieurs. Adolf Loos sagt, man muß sich den Kopf freihalten, um immer wieder neu disponieren zu können, um frei zu sein für Unerwartetes, für Neues. Wenn technologische Innovationen das Wohnen prägen, besteht die Gefahr, daß die Faszination von der Möglichkeit des unterschiedlichen Gebrauchens mich erneut ablenkt, über diese Dinge nachzudenken. Denn eine Fremdbestimmung läßt sich mit Technologie im Wohnbereich ebenso erzeugen wie mit angehäuften Zeichen und Symbolen, die nicht ich in die Welt gesetzt habe.

Die Veränderung des Gebrauchs wurde von der Postmoderne Ende der 60er Jahre in ganz anderer Weise diskutiert. Es habe keinen Sinn — so Aldo Rossi — sich über den Gebrauch Gedanken zu machen, denn er ist das ständig fließende, nicht faßbare. Faßbar ist erst, was überdauert, der Typus, diese Auskristallisierung des geschichtlich gewordenen Gebrauchs. Damit beginnt zugleich das Nachdenken über traditionelle Dispositionen, die eine Mehrfachbenutzbarkeit durch die Neutralität der Räume erlauben. Die Räume sind gleichwertig statt spezialisiert und ermöglichen so einen flexiblen Gebrauch. Ist das eine Alternative zur technischen Veränderbarkeit der Wohnung?

Gebrauchswerte haben auch mit anthropologischen Konstanten zu tun, die sich kaum verändern. Hegel spricht von der reinen Notdurft, die die Architektur zunächst zu befriedigen habe. Wenn wir heute von Gebrauch sprechen, ist jedoch mehr gemeint als die anthropologisch, physisch bedingten Gebrauchsnotwendigkeiten.

Im Gebrauch der Wohnung definiere ich mich als Teil einer Gesellschaft, eines sozialen Kontext (Lucius Burckhardt: Wohnen ist Sprache). Die unter dem Eindruck von Architektur sich herausbildenden Verhaltensweisen und Lebensformen sind niemals nur vom Augenblick her bestimmt. Im Umgang mit Architektur gewonnene (ästhetische) Erfahrungen sind im hohen Maße geschichtliche Erfahrungen und eine radikale Aufhebung gewohnter (ästhetischer) Erfahrungen in der Architektur (auch wenn sie falsch gewesen sein sollten) unterschätzt diese Wirkung der sinnlichen Erscheinung der Bauten auf die in ihnen Lebenden und handelnden Menschen.

Die Geschichte des Wohnungsbau ist eine Geschichte der funktionalen Differenzierung, wie es Philippe Aries in seiner „Geschichte der Kindheit" beschreibt. Eine gleichförmige Struktur wird durch die Ausbildung des Gefühls für Intimität durch die Entwicklung von Bereichen für die Dame und den Herren, durch die Abtrennung der Dienstboten differenziert. Die Moderne hat diese (französische) Distribution eigentlich nur auf die Arbeiterwohnung übertragen und verallgemeinert. Beispiel: die Standardwohnung. Mit dem Auftauchen von mehrfachbenutzbaren Räumen bei Corbusier und dem Neuen Frankfurt am Ende der 20er Jahre scheint sich das Ende dieses Differenzierungsprozesses der Wohnungsorganisation anzudeuten. Mit dem Beginn der Krise der Moderne entstehen zugleich erste Ansätze zu ihrer Überwindung. Mit dem Nachdenken über die Mehrfachbenutzbarkeit von Räumen, der Neutralität des Nutzens und der Idee von der Wohnung als großer Einraum werden vergangene Dispositionen aufgegriffen und modern weiterentwickelt.

Das sehe ich auch so. Auch hier geht der Erweiterung des Horizonts zunächst die Destruktion der alten Bilder voraus. Die bereits erwähnte Entzauberung der dem Interieur anhaftenden Fiktion autonomer Subjektivität durch die Avantgarde war, rückblickend, historisch notwendig, um das Nachdenken über neue Konzepte überhaupt erst zu ermöglichen. Dieser Zerfall tradierter Gewohnheiten und Wertmuster, den ja nicht in erster Linie die Avantgarde zu verantworten hat - sie greift ihn bloß auf und thematisiert ihn auf der kulturellen Ebene - ist von Walter Benjamin als ein neues und positives Barbarentum gesehen worden. Auf die Frage, wohin denn die Einsicht in die tatsächliche Erfahrungsarmut führt, gibt er zur Antwort, daß sie dahin bringt, von vorn zu beginnen, von Neuem anzufangen, mit Wenigem auszukommen.

Künstlerisch betrachtet, sehe ich darin eine kreative Offenheit, die in der Architektur, wie wir wissen, bald neuen Festlegungen, wie dem Standardgrundriß, gewichen ist. Doch sind die Ideen der Avantgarde diesbezüglich wiedersprüchlich. So entwickelte Bernhard Hernkes Ende der 20er Jahre in Frankfurt Wohnungen für alleinerziehende, berufstätige Frauen. Dies ist auch heute, nach gut 60 Jahren, beinahe unglaublich. Das war ja keine philantropische Idee eines Einzelnen. Diesem Bau sind kommunale Planungsprozesse vorausgegangen. Deshalb auch erscheint es mir nicht übertrieben zu sagen, daß in solchen Überlegungen das Idealbild der bürgerlichen Kleinfamilie in seinem Anspruch erheblich relativiert wird. Sicherlich hat es immer alleinerziehende Frauen gegeben. Sie aber in einem richtungsweisenden Entwurf von Gesellschaft in dieser Form zu berücksichtigen, sie also zu akzeptieren und ihnen räumlich Ausdruck zu verleihen, kann nur im Kontext einer umfassenden Kulturkritik an der bürgerlichen Gesellschaft verstanden werden. Die Avantgarde folgt in diesem Beispiel einmal mehr den gesellschaftlichen Konflikten und überträgt sie durch Architektur in gegenständlich faßbare Formen ihrer Überwindung.

Was die Avantgarde ansatzweise in ihrer Kritik auf eine Veränderung hintrieb, etwa in der bewußten Arbeit an der Auflösung tradierter Identitätsbilder, das erscheint heute vielfach zur gelebten Wirklichkeit herangewachsen. Wie leben in der durch die Kulturkritik der Avantgarde radikalisierten Moderne. In ihren Entwürfen hat sie dieser Lebenspraxis mitunter vorausgegriffen, wie es bei jenem Wohnhaus von Hermkes der Fall war. Wie es scheint, ist diese Phase der Kulturkritik fürs Erste architektonisch abgeschlossen. Die Identitätsbilder sind nicht noch weiter zu zerstören. Stattdessen wäre mit den Resultaten produktiv und selbstreflexiv umzugehen.

Worin liegt dann die Aufgabe der Architektur, wenn man nicht wie Rob Krier versucht, mit einem Zentralraumkonzept alte familiäre Lebensmodelle und Identitäten zu rekonstruieren?

Wir sollten die Architektur als einen Prozeß sehen, begreifen als einen Ort menschlichen Handelns und steter Veränderung bei gleichbleibenden Konstanten. In ihrer Fundierung auf den Gebrauchswert besitzt Architektur als konstruktive Montage eine organisierende Funktion für sich wandelnde Wahrnehmungs- und Funktionsweisen. Lissitzky sprach in diesem Sinne vom beweglichen und elementaren Gleichgewicht des Raums. Der Raum, so sagt er, ist für den Menschen da, nicht der Mensch für den Raum. Lissitzky spricht weiter von Raummontagen als der jeweiligen „Haltestelle des Werdens", die niemals das erstarrte Ziel von Denken und Handeln sein konnte.

Wenn heute der Gebrauchswert einer Wohnung nicht mehr an festgelegten Funktionen gebunden ist, wie werden dann sinnliche Qualitäten des Gebrauchswertes ausgebildet? Was ist der sinnliche Ausdruck des unbestimmten, beweglichen Gebrauchs?

Diese Frage ist nur schwer zu beantworten. Zunächst einmal: Der Gebrauchswert und seine sinnlichen Qualitäten sind nicht an eine eindeutige Funktion gebunden. Ferdinand Kramer hat schon in den 20er Jahren verwandelbare, mehrfachbenutzbare Möbel entwickelt, die in ihrer Einfachheit und konstruktiven Überzeugungskraft die Schönheit ihres Gebrauchs zum Ausdruck bringen. Auch bei verwandelbaren Dingen geht es um die Ästhetik des Gebrauchs, nicht um dessen Asthetisierung. Erst der Umgang mit den Dingen erschließt vollends ihre sinnlich-praktischen Eigenschaften.

Für die Architektur heißt das, primär keine ästhetischen Bildeindrücke zu erzeugen. Loos schrieb bereits 1910: Es ist mein größter stolz, daß die innenräume, die ich geschaffen habe, in der photographie vollständig wirkungslos sind. Daß die bewohner meiner räume im photographischen bilde ihre eigene wohnung nicht erkennen...". Das ist eine klare Absage an eine bildhafte Auffassung von Architektur und der Verweis darauf, daß die Wirkung der Räume primär vom Erleben, vom Sich-darin-Bewegen herrührt. Paul Zucker führt diesen Gedanken in seinem Aufsatz „Der Begriff der Zeit in der Architektur" weiter aus: Architektur sei eben nicht „wie Gemälde und Plastik" geschaffen, „nur um wahrgenommen zu werden, (...) sondern zu einer Funktion, die sich in zweckhaften Bewegungen in der Zeit abspielt". Die Architektur teilt sich aufgrund einer allmählich voranschreitenden Gewöhnung mit, Sie wird — wie Benjamin sagt - im Gebrauch taktil rezipiert. Es ist sowohl eine Rezeption in der Zerstreuung als eine der höchsten Aufmerksamkeiten.

Die Moderne hat die bildhafte ästhetische Form durch ein neues Raumerlebnis ersetzt, das als Bewegungsfolge empfunden wird. Diese neue Dimension des zeitlichen Raumerlebnisses wird zur sinnlichen Vorraussetzung der sozialen Bewegungs- bzw. Beziehungsstrukturen der in der Architektur lebenden Menschen.

Richard Rogers hat mit seinem Projekt Pater Noster in London (siehe ARCH+ 95) ein Konzept für den Bürobau entwickelt, das einen gestalteten öffentlichen Raum, ein städtisches Gewebe schafft, welches durch seine Geschlossenheit das Gemeinsame ausprägt. Hingegen bleibt die Struktur für das einzelne Büro in der Nutzung interpretierbar. Dieser Gedanke ließe sich auf den Wohnungsbau übertragen: Die einzelne Wohnung gewinnt ihre Gestaltung aus dem Gebrauch und erlaubt somit eine Pluralität der Lebensauffassung. Hingegen definiert das Haus als Ganzes, als Gestalt im öffentlichen Raum einen eindeutigen Straßenraum und bildet somit den Rahmen für das Zusammenkommen in der Öffentlichkeit.

Rogers bewegt sich meiner Einsicht weiterhin in den Bahnen der Avantgarde, aber auch innerhalb ihrer Grenzen. Grenzen deshalb, weil das weiterreichende Experiment im Umgang mit dem Raum auch bei Rogers dort stattfindet, wo die Avantgarde wirklich produktiv destruiert hat: im Innenraum. Hinsichtlich des großen Nachholbedarfs, den wir diesbezüglich haben, ist das wohl auch richtig. Doch sollte man - und darin die Positionen der damaligen Avantgarde weiterbringend nicht auch den Schritt unternehmen, und den Gedanken von der Pluralität der Lebensauffassung auf den öffentlichen Stadtraum übertragen? Oder zumindest sich zu überlegen, wie so etwas überhaupt aussehen könnte.

Aber noch einmal zurück zu jenem im Zusammenhang mit Rogers angesprochenem Verständnis von Sinnlichkeit, das in den vor-avantgardistischen, modernen Auffassungen von der Bedeutung der Form nicht vorkommt. Es ist, um es zu wiederholen, jene Vorstellung, daß die sinnlichen Eigenschaften eines Geräts oder einer Architektur wesentlich im zeitlichen Verlauf des Gebrauchens erzeugt werden. Und davon hätte die Form der Dinge zu erzählen.

Mir fällt in diesem Zusammenhang ein, daß es da eine bemerkenswerte Kongruenz zwischen den formal so reduzierten Avantgarderäumen und dem Ausdruckstanz gibt. Die Pallucka hat vor nicht allzu langer Zeit in einem Interview darauf hingewiesen, daß sie damals für ihre expressiven Tänze in den Bauhausräumen den adäquaten Raum gefunden hatte. Zwischen ihrem Tanz und diesen Räumen habe es eine Geistesverwandschaft gegeben.

Das heißt doch, daß die Qualität einer so verstandenen räumlichen Sinnlichkeit darin liegt, daß je weniger ein Raum für das Auge hergibt, die Sinnlichkeit umsomehr durch die sinnlichen Eigenschaften des Menschen erzeugt wird, ob er jetzt tanzt oder sonst etwas macht. Hier ist eine gewisse „Beliebigkeit" des mit dem menschlichen Handeln und Fühlen/ Empfinden erst noch zu füllenden Raums im Spiel. Man darf dabei allerdings nicht übersehen, daß es sich bei dieser „Beliebigkeit" um eine bewußte Gestaltung handeln muß, die weit entfernt ist von einer Belanglosigkeit der Räume.

Das Anregen der Sinne — auch das ist in der postmodernen Architekturdiskussion nur zu sehr in Vergessenheit geraten — ist eben keine Frage der Quantitäten und auch nicht der Bildlichkeit von Architektur. Ein Raum, der für ein traditionell geschultes Auge nichts hergibt, kann im Gebrauchen zum sinnlichsten Raum werden. In einer Gesellschaft, in der die Kommunikation immer wichtiger wird, bedeutet Kommunikation nicht, daß sich einer hinstellt und laut redet. Man muß ebenso schweigen wie sprechen können. Wenn es heißt, ein Mensch sei besonders sinnlich, so meint das ja nicht, daß er fünf Maß Bier trinkt und Haxen ißt.

 

Literaturhinweise zur weiterführenden Beschäftigung mit dem Thema dieses Heftes:

Wohnverhalten:

Philippe Aries, Die Geschichte der Kindheit, München 1978, S 61ff., 537ff

Michael Müller, Die Villa als Herrschaftsarchitektur, 1970, 1981

Norbert Elias, Die höfische Gesellschaft, Frankfurt 1983, S.68ff

Eduard Führ, Daniel Stemmrieh, „Nach getaner Arbeit verbleibt im Kreise der Eurigen" Arbeiterwohnungen im 19. Jh., Wuppertal 1985

Ulrich Beck, Risikogesellschaft, Auf dem Weg in eine andere Moderne. Frankfurt 1986

Neue Wohnformen in Europa, Berichte des 4. internationalen Wohnbund-Kongresses, Hrsg. Joachim Brech, Darmstadt 1989

Peter Brückner, Großfamilie, Wohngemeinschaft, Kommune. In: Das Prinzip Hoffnung, Museum Bochum 1983

Lucius Burckhardt, Wohnbedürfnisse (1970), Familie und Wohnung — zwei anpassungsfähige Systeme (1975), Arbeiten und Wohnen - zwei gegensätzliche Lebensbereiche? (1983), In: Die Kinder fressen ihre Revolution, Köln 1985

Dietmar Steiner, Ich glaube, ich lerne das Wohnen nie. Rudolf Brettschneider, Wohnen? Life-style?, beides in: Die Kultur des Wohnens, Hrsg. Dietmar Steiner, Wien 1988

Michael Bassand und Alexander Henz (Hrsg.), Die Zukunft des Wohnens, ETH-Forschungsprojekt „Wohnen 2000", Lausanne 1988

Standardwohnung:

Gisela Stahl, Von der Hauswirtschaft zum Haushalt oder wie man vom Haus zur Wohnung kommt, in: Wem gehört die Welt, NGBK, Berlin 1977, S. 87ff

Joachim Krause, Drei Zimmer im Neuen Frankfurt, in: Form+Zweck, 6-87, S. 22ff.

Winfried Nerdinger, Le Corbusier und Deutschland, in: ARCH+ 90/91, S.83f., Aachen 1987.

Guilio Carlo Argan, Gropius und das Bauhaus, Hamburg 1962, S31f.

Helga Reidemeister, „Schöner Wohnen" Protokoll aus dem Märkischen Viertel, in: Kursbuch Nr.27, Berlin 1972

Anpassbarer Wohnungsbau:

Siegfried Giedeon, Die Herrschaft der Mechanisierung, Frankfurt 1982, insbes. S.465ff, 758ff

Martin Steinmann: Die Wohnung als „machine ä habiter", in: Archithese 1-1983

Bruno Reichlin, Maison de Peuple in Clichy, in: Daidalos Nr.15, Gütersloh 1985

Peter Cook, Archigram, London 1972

Justus Dahinden, Stadtstrukturen für morgen, Stuttgart 1971

Reyner Banham, „Clip on" Architektur, in: Bauen + Wohnen, 5-1967, S. 166ff

Bauen + Wohnen, Heft 41972, Thema: Raumzelle und Bausysteme, München 1972

Tetsuro Yoshida, Das japanische Wohnhaus, Berlin 1954

Jörg Werner, Anpassbarer Wohnbau, München 1977

Helga Fassbinder u.a., Flexibiliseering in de Wonigbouw in historisch Perspektief, Eindhoven (NL), 1989

Roger Sherwood, Modern Housing Prototypes, Cambridge (USA), 1978

Fritz Palmboom, Doel en Vermaak in het Konstruktivisme, 8 Projekten voor Woning- en Stedebouw Sowjet Unie, 1926-1930, Nijmegen (NL), 1979

Esther Mc Coy, Case Study Houses 1945-62, Los Angeles 1977

Architektural Design, Heft September 1966, Eames Celebration, Hrsg. Alison and Peter Smithson, London 1966

Connections: The work of Charles and Ray Eames, Frederick S. Wright Art Gallery, Los Angeles 1976

Ray Eames, Eames Design, Berlin 1989

Arnulf Lüchinger, Strukturalismus in Architektur und Städtebau, Stuttgart 1981

N.J. Habraken, De Drager en de Mens - Het einde van de massawoningbouw, Amsterdam 1961, erscheint in Deutsch 1990 bei ArchEdition, Postbus 61327, 2506 AH Den Haag, N.L

Werk-Archithese Heft 11/12 1977, Thema: Meccano (anpassungsfähiges Bauen), 1977

M. Albers, A. Henz, U. Jakob, Wohnungen für unterschiedliche Haushaltsformen, Schriftenreihe Wohnungswesen, Hrsg. Bundesamt für Wohnungswesen, Bern 1988

Werk, Bauen + Wohnen, Heft 5-1989, Thema: Wohnformen ohne Form, Zürich 1989

M. Eleb-Vidal, A.-M. Chatelet, T. Mandoul, Penser l'habite le logement en questions PAN 14, Liege 1988

Marc Visser, Jacqueline Teilinga (Hrsg.), EUROPAN Resultaten in Nederland, Amsterdam 1989

Michael Müller, Architektur und Avantgarde, Frankfurt 1984

C. Rowe, R. Slutzky, B. Hoesli, Transparenz, Basel 1968

 

 

 

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