Vorlesung XII (Montag, 5. Februar 1979)
Heute möchte ich ein Stück weiter zurück zu den Themen, mit denen wir angefangen hatten, um die Konklusionen vor zubereiten, die wir in der nächsten Stunde vorläufig ziehen müssen. Wir hatten uns nicht darum mit Piranesi beschäftigt, weil er ein so großartiger und so viel Modernes vorwegnehmender Zeichner, Stecher, Radierer gewesen ist, sondern darum, weil durch ihn ein Zivilisationsbegriff in die Architektur eingepflanzt worden ist. Dieser Zivilisationsbegriff konnte nicht wieder aus dem Anspruch der Architekten und aus dem Anspruch der Städte bauenden, Städte konstruierenden, Städte rekonstruierenden Architektur vertrieben werden. Eigentlich ist jedes Stück, das wir von Piranesi kennengelernt hatten, Inbegriff der Zivilisation, nicht nur insofern, als da simultan so weit Auseinanderliegendes zusammengebacken ist, sondern auch insofern, als das so weit Auseinanderliegende analytisch behandelt ist. Und die Figur, die wir am Ende der vorigen Stunde dafür fanden, war die eines Zivilisationsbegriffes und eines Architekturbegriffes, die auf die Rechtfertigung des Turms von Babel hinausläuft.