Vorlesung II (Montag, 6. November 1978)
Heute fahre ich fort in der Reihe zum ästhetischen Subjekt als Veranstaltungssubjekt. Wir beschäftigen uns in diesem Semester mit Giovanni Battista Piranesi, weil es sich bei ihm um ein zentrales Ereignis in der Geschichte des ästhetischen Subjekts handelt, sowohl was die Dimension betrifft, die er für dieses reklamiert, als auch die besondere Form der Synthesis oder der Synthesen, die er jeweils in diesen Dimensionen zu geben versucht.
Es ist eine Selbstverständlichkeit, eine Binsenwahrheit – aber Binsenwahrheiten müssen immer wiederholt werden –, dass man methodologisch eine Disziplin wie die Religionswissenschaft nicht reduzieren kann auf Begriffsuntersuchungen, auf einen Teilbereich der Philosophiegeschichte, auf Religionen als Denkfiguren, an denen Nichtbegrifliches illustrativ dranklebt. […] Der Gesichtspunkt, der uns in der Religionswissenschaft leitet, ist folgender: Prozesse der Zivilisationsgeschichte so weit wie möglich aufzuklären, um nicht zu widerstandslosen Objekten solcher Prozesse degradiert zu werden.