– Gestalterische Praxen zwischenCare, Komplizenschaft und Kämpfenum das Recht auf Stadt
Die seit 2011 bestehende migrantisch geprägte Nachbarschafts- und Mieterinitiative Kotti & Co gilt als Wiege der neuen Berliner Mieter*innen- und „Stadt von unten“-Bewegung. Ausgangspunkt bildet das Sorgetragen für die städtische Umwelt und die Verteidigung des Rechts auf Wohnen durch die teils mehrfach marginalisierten Bewohner*innen am Kottbusser Tor („Kotti“) in Berlin-Kreuzberg. Inzwischen ist Kotti & Co zu einem wichtigen stadtpolitischen Akteur im Kampf für eine soziale und demokratische Wohnraumversorgung sowie gegen Verdrängung und Rassismus in der Stadt geworden. Tashy Endres, die bei Kotti & Co zwischen 2012 und 2017 aktiv war, und Sandy Kaltenborn, der die Initiative mitbegründet hat, reflektieren im Rückblick auf zwölf Jahre Kotti & Co die politischen, räumlichen und gestalterischen Proteststrategien der Initiative sowie das emanzipatorische Potential der dahinterliegenden Kollektiv- und Wissensbildungsprozesse und fragen kritisch nach der Rolle der Institutionen und Profession im Projekt gesamtgesellschaftlicher Transformation.