Die jährlich stattfindenden Biennalen in Venedig sind als Leistungsschauen der Kunst und Architektur angelegt, die enorm viele Ressourcen verbrauchen. So ist es nicht unüblich, dass für einen Beitrag allein über 200 Kubikmeter Polystyrol als Sondermüll anfallen. Das Konzept des deutschen Beitrags für die Architekturbiennale 2023 sieht daher vor, ausschließlich mit bereits verwendeten Materialien zu arbeiten. Dafür wurde das beim Abbau der Kunstbiennale 2022 angefallene Abfallmaterial von über 40 Pavillons und Ausstellungen gesammelt und im Deutschen Pavillon wie Spolien ausgestellt. Das Materialdepot ist je doch keine feste Ausstellung, sondern dient dazu, das gewonnene Material über die Laufzeit der Biennale verfügbar zu machen. Eine im Pavillon eingebaute, funktionsfähige Werkstatt dient der Umsetzung des Projekts wie auch als Plattform zur Durchführung gemeinsamer urbaner Interventionen mit lokalen Initiativen. Dieses Bemühen um eine ressourcen freundliche Baupraxis ist eine Form der Maintenance-Arbeit am materiellen Bestand.