Das Bauen, weltweit die ressourcenintensivste Branche mit rund der Hälfte des gesamten Rohstoffverbrauchs, muss neu – zirkulär – bewertet werden.1 Im Gegensatz zur linearen Bauwirtschaft (Rohstoffentnahme – Produktion – Konsumption/Nutzung – Entsorgung/Vermüllung) setzt das kreislauforientierte Bauen nach den Prinzipien der zirkulären Wirtschaft (Cradle to Cradle) darauf, Materialien und Rohstoffe so einzusetzen, dass sie entweder möglichst ohne Qualitätsverlust erhalten und wiedergenutzt, das heißt in einem geschlossenen technischen Kreislauf gehalten, oder komplett abbaubar in den biologischen Kreislauf zurückgeführt werden können. Um graue Energie zu erhalten und Abfall zu vermeiden – Bau- und Abbruchabfälle machen heute über die Hälfte des gesamten Abfallaufkommens in Deutschland aus –, ist die Bestandserhaltung gegenüber Abriss und Neubau zu bevorzugen.