Der deutsche Architekturherbst 1977 ff. – Stuttgart und die postmoderne Architektur
Essay
Stephan Trüby
S. 48–59
Das Weichbild von Stuttgart und seiner Metropolregion, in der etwa 5,4 Millionen Menschen leben, ist im Unterschied zu so gut wie allen anderen deutschen Großstädten nach wie vor durch den „schmutzigen Realismus“1 einer Vielzahl von klein-, mittel- und großmaßstäblichen Industrieanlagen geprägt. Die Stuttgarter Sonderentwicklung lässt sich besonders anschaulich anhand des Verlaufs örtlicher Architektur- und Städtebaudebatten während der sogenannten „Postmoderne“ der 1970er-, 1980er- und frühen 1990er-Jahre rekonstruieren.
Abb. 1 Auf der Postkarte aus dem Jahr 1974 ist das Zusammenspiel des brutalistischen „Stadtbalkons“ und den darunter verlaufenden Straßenbahnschienen auf dem Kleinen Schlossplatz zu sehen. Unmittelbar daneben steht ein Überrest des abgerissenen Kronprinze
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