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Medienpartnerschaft

Werkleitz Festival 2021 move to … sociosphere, ecosphere, bodydatasphere

Konferenz- und Diskursprogramm new world dis/order 18. Juni – 4. Juli Halle (Saale)

Vom 18. Juni bis 4. Juli führt das Konferenz- und Diskursprogramm new world dis/order durch die Themen der drei Sphären des Werkleitz Festivals 2021 move to ... sociosphere, ecosphere, bodydatasphere. An drei Wochenenden in Folge diskutieren und reflektieren namhafte Theoretiker*innen, Wissenschaftler*innen und Künstler*innen Phänomene unserer Gegenwart und nahen Zukunft. Das Programm besteht aus insgesamt mehr als 20 Vorträgen, Gesprächen und Performances u.a. mit: Benjamin Bratton, James Bridle, Timo Daum, DISNOVATION.ORG, Felix Maschewski & Anna-Verena Nosthoff, Katharina Meyer, Phoebe V Moore und vielen mehr.

Von neuen Weltordnungen – oder aber einer in Unordnung geratenen Welt – ist im letzten Jahr viel die Rede gewesen. Wahlen, Pandemie und Klimakrise haben die Verwerfungen einer globalisierten und digitalisierten Lebenswelt so deutlich hervortreten lassen wie nie zuvor. Den dabei unübersehbar gewordenen Phänomenen unserer „verrenkten Zeit“ (Shakespeare) widmet sich das Konferenz- und Diskursprogramm des diesjährigen Festivals unter dem Titel new world dis/order.

Es betrachtet die immer brutaler werdenden Kultur- und Informationskämpfe im Netz und die überwachungskapitalistischen Praktiken von Tracking-Technologien zum Wohle der Gesundheit. Es hinterfragt den quasi-religiösen Glauben an die Unfehlbarkeit von Daten und das oft blinde Vertrauen in technologische Lösungen für alle erdenklichen Probleme der Menschheit. Es ergründet die frappante Fragilität erdumspannender Infrastrukturen und das beinahe verzweifelte Festhalten an einem auf unendlichem Wachstum ausgerichteten und auf Ausbeutung aller Ressourcen basierendem Wirtschaftssystem sowie die damit einhergehende, womöglich unumkehrbare Zerstörung der Erde durch und für vom Menschen erfundene Technologien.

Das Festival zeigt daher auch die Dringlichkeit, neue Formen der kollektiven Vernunft und des gemeinsamen Handelns zu finden sowie Visionen und Konzepte zu formulieren, wie sich digitale Technologien zum Nutzen aller einsetzen ließen. Es geht also letztlich um nichts Geringeres als die Rettung des Planeten und die Frage, in welcher Welt/Un/Ordnung wir zukünftig (über)leben wollen.

Das Programm wird aus der ehemaligen Zentrale des Ministeriums für Staatssicherheit der DDR in Halle (Saale) gestreamt und von Features und Podcasts begleitet. In mehreren Studios werden außerdem Medienkunst-Arbeiten von Stipendiat*innen der European Media Art Platform (EMAP) filmisch dokumentiert. Unter geltenden Hygienevorschriften ist ein Besuch vor Ort möglich. 

Ab dem 18. Juni werden darüber hinaus ausgewählte Filmproduktionen einiger preisgekrönter EMAP-Künstler*innen auf der Festivalwebsite präsentiert, u. a. von Chloé Galibert-Laîné (FR), Kevin B. Lee (DE) und Total Refusal (AT). 
>> Programm und Livestream

Karen Lancel and Herman Maat, Kissing Data Symphony, 2018 © the artists
Total Refusal (Susanna Flock, Adrian Jonas Haim, Robin Klengel, Leonhard Müllner in cooperation with Jona Kleinlein), Red Redemption – A Brute Marxist Class Analysis, 2021 © Total Refusal
Katrin Hochschuh and Adam Donovan, Empathy Swarm, 2018 © Katrin Hochschuh and Adam Donovan / Die Roboterschwärme sind online steuerbar.
Katrin Hochschuh and Adam Donovan, Empathy Swarm, 2018 © Katrin Hochschuh and Adam Donovan / Die Roboterschwärme sind online steuerbar.
Moritz Simon Geist with soundrobots, Nemo Biennale 2020 © photo Quentin Chevrier