Der Gazastreifen liegt in Trümmern. Seit dem Hamas-Angriff vom 7. Oktober 2023 haben die darauffolgenden israelischen Militäroperationen im Gazastreifen Wohnhäuser, Schulen, Universitäten und Krankenhäuser, kulturelle und religiöse Einrichtungen, Straßen und Infrastruktur, die Landwirtschaft und den Boden selbst weitgehend zerstört. Der Wiederaufbau ist dringend. Doch aktuelle Wiederaufbaukonzepte von außen, von großmaßstäblichen Masterplänen bis zu Visionen einer umfassenden Neugestaltung Gazas, drohen die Zyklen von Gewalt, Zerstörung und Vertreibung fortzuschreiben. Indem sie das Territorium als leere Fläche, als Tabula rasa begreifen, löschen sie die sozialen, räumlichen und historischen Strukturen aus, die dort gewachsen sind. Die Zukunft Gazas zu entwerfen, ohne seine Bewohner*innen einzubeziehen, negiert ihr Recht auf eine selbstbestimmte Gestaltung ihrer Lebenswelt.