Mit Gulf of Reparations knüpft die Architektin V. Mitch McEwen an das Projekt R:R (Republica:Reconstructed) an, das sie 2021 gemeinsam mit der Künstlerin Kristina Kay Robinson im Museum of Modern Art in New York präsentierte. In den Vereinigten Staaten bezeichnet Reconstruction die Zeit nach dem Bürgerkrieg und das unvollendete Projekt der Emanzipation aus der Sklaverei. Am Wiederaufbau der Südstaaten war unter anderem das Freedmen’s Bureau beteiligt, eine eigens zur Unterstützung der Befreiten gegründete Bundesbehörde. Mit ihr verband sich die Hoffnung auf eine neue gesellschaftliche Ordnung, die allerdings durch die rassistischen Jim-Crow-Gesetze und den Terror des Ku-Klux-Klans zunichtegemacht wurde. In Anlehnung an W. E. B. Du Bois’ Konzept der Black Reconstruction kehrt McEwen zu diesen historischen Weggabelungen und den Zukünften zurück, die sie damals eröffneten.