Der gesellschaftliche Zusammenhalt, der aus den extremen Arbeitsbedingungen unter Tage erwuchs, ist bis heute ein prägendes Narrativ des Ruhrgebiets. Weniger bekannt, doch nicht minder bedeutsam ist die lokale Kultur des Selbermachens: Räume und öffentliche Infrastrukturen, die im Zuge des Strukturwandels funktionslos geworden sind, werden von Bürger*innen angeeignet, in Eigenregie instandgesetzt und mit einfachen Mitteln, handwerklicher Improvisation sowie nachbarschaftlicher Unterstützung für neue Nutzungen ertüchtigt.1 Nicht zuletzt dort, wo Kommunen aufgrund angespannter Haushaltslagen selbst nicht handlungsfähig sind. Die Forschung beschreibt diese Prozesse als urban RESET.2