Autobahnen, Schienennetze, Kanäle und Halden prägen und strukturieren nicht nur die Landschaft, sondern auch die Wahrnehmung von Nähe und Distanz. Diese gebauten Infrastrukturen wirken zugleich als Trennlinien und Verbindungsachsen: Sie ermöglichen Mobilität und fragmentieren Räume. Topografische Gegebenheiten wie Flüsse, Höhenzüge und ehemalige Industriestandorte überlagern sich mit logistischen Netzwerken und formen eine Region, in der soziale Beziehungen eng an räumliche Strukturen gebunden sind. Infrastruktur definiert dabei nicht nur Wege, sondern auch soziale Zeit und räumliche Zugehörigkeit. Die Beständigkeit dieser Determinanten zu hinterfragen, eröffnet Räume für Aneignung. Industriewälder, Brachen, transformierte Zechenstandorte oder urbane Freiräume gewinnen durch kulturelle Okkupation neue soziale Bedeutungen. Es wirken nicht länger nur formale Setzungen, sondern soziale Resonanzen durch Praktiken der Nutzung und kulturelle Bedeutungszuweisungen.