Die Ideale der Smart City haben weltweit an Einfluss gewonnen und sich zu einem zentralen Bezugsrahmen für Stadtplanung und urbane Zukunftsvisionen entwickelt.1 In afrikanischen Metropolen ebenso wie in suburbanen Regionen haben sie eine Vielzahl technologiegetriebener Stadtentwicklungsprojekte hervorgebracht, die von ehrgeizigen lokalen und nationalen Regierungen, Versorgungsunternehmen, Netzbetreibern, Großkonzernen sowie kleinen und mittleren Betrieben getragen werden. Häufig werden diese Programme als Chance zum „Leapfrogging“ angepriesen: als Möglichkeit für Entwicklungsländer, Zwischenstufen der Industrialisierung zu überspringen, indem sie direkt auf fortgeschrittene Technologien setzen. Damit verbindet sich das Ziel, wirtschaftliches Wachstum zu beschleunigen und bislang vom Markt nicht erschlossene Bevölkerungsgruppen als neue Konsument*innen zu gewinnen. Kenia bietet hierfür ein aufschlussreiches Beispiel: Angetrieben von der Vision einer neoliberalen, vom Silicon Valley inspirierten Tech-Utopie zeigt sich dort zugleich, wie die prekären Lebensbedingungen der städtischen Mehrheit und die Fragilität gemeinschaftlicher Ressourcen solche fortschrittsgläubigen Zukunftsbilder unterlaufen.