Fihankra – in der Adinkra-Sprache der westafrikanischen Akan-Kultur wörtlich „Gehöft“ oder „Haus“ (engl. compound) – steht für Geborgenheit und Sicherheit.1 Dem Compound House2 – hier als Wohnhof statt mit dem typologisch enger gefassten Wort Hofhaus übersetzt – liegt ein Verständnis des Wohnhauses als kulturelle Institution zugrunde, nicht bloß als Behausung oder bauliche Struktur. Wenn seine passive Funktion darin besteht, Schutz zu bieten, so besteht seine aktive Aufgabe darin, eine Umgebung zu schaffen, die der Lebensweise der Gemeinschaft entspricht, die es bewohnt. Als generationenübergreifende Wohnform organisiert das Compound House das Zusammenleben um einen zentralen offenen Hof mit (überdachter) Terrasse oder Laubengang als Orte gemeinschaftlicher Aktivität. Die räumliche Struktur besteht aus einer abgestuften Abfolge öffentlicher, halböffentlicher, halbprivater und privater Zonen, die bei den Bewohner*innen ein Bewusstsein für soziale Verantwortung und kollektives Handeln schaffen.