Angesichts der multiplen Krisen planetarischen Ausmaßes ist es eine unbestreitbare Tatsache, dass wir unsere Welt reparieren und wiederaufbauen müssen. Allerdings müssen wir nicht eine einzelne „Welt“ instand halten, sondern vielfältige Welten mit ihren materiellen und immateriellen Beziehungen, die in einer komplexen Gleichzeitigkeit existieren. Das Projekt einer großen Reparatur erfordert daher vielfältige wissenschaftliche Expertise, Kompetenz und Kenntnisse. Doch durch den Kolonialismus und globalen Kapitalismus wurden unzählige Wissenswelten und Weltzugänge verdrängt, marginalisiert und zerstört. Dieser Verlust betrifft auch Wissen über nachhaltige Landnutzung, Materialgewinnung und Bautechniken. Wenn wir uns die Werkzeuge, die für den Aufbau einer besseren Welt notwendig sind, wieder aneignen wollen, müssen wir den Wissenskanon und die Art und Weise, wie er produziert wird, infrage stellen. Dieser Prozess erfordert zwingend, Institutionen zu dekolonisieren und das Akteursnetzwerk zu pluralisieren.
In the midst of multiple planetary crises, it is an irrefutable fact that we need to repair and rebuild our world. However, it is not a singular “World” that we will be maintaining, but rather manifold worlds of tangible and intangible relations which exist in a complex simultaneity. A great repair endeavor therefore requires a plurality of scholarship, wisdom, and expertise. Yet, through colonialism and the spread of capitalism, a whole raft of knowledge worlds and ways of relating to the world were repressed, marginalized, and lost. This loss includes knowledge about sustainable land use, materials extraction, and building techniques. To reappropriate the tools necessary to build better worlds, we must question canonical knowledge and the modes of its production. This process inherently requires decolonizing institutions and pluralizing the constellation of actors involved. Text: Nazlı Tümerdem