Die Reparatur der Architektur sollte nicht zuerst bei ihren Objekten ansetzen, sondern bei ihren Subjekten – den Studierenden, Lehrenden, Arbeiter*innen – und deren Beziehung zur Disziplin. Das Büro, die Hochschule und die Baustelle – dort, wo die Bedingungen und die Handlungsmacht von Architekturarbeit und -wissen bestimmt und verhandelt werden – sind darum einige der wichtigsten Bereiche für eine Selbstreparatur der Disziplin. Gefragt sind Instrumente zur Stärkung und Organisierung von Architekturschaffenden in ihrem Kampf für gerechtere Arbeitsbedingungen, eine experimentelle Pädagogik, die Machthierarchien in der Lehre und tradierte Vorstellungen von Autorschaft hinterfragt, sowie Visionen für eine architektonische Praxis, die auf kollektiver Sorge und Solidarität aufbaut. Mit ihrem Blick über die Institutionen hinaus zeigen die Projekte in diesem Kapitel auch, wie Architekt*innen zunehmend das Selbstverständnis ihres Berufstands als Expert*innen, die immer mehr neu bauen, unterlaufen.
The repair of architecture needs to start not from its objects, but rather its subjects—students, teachers, workers—and their relationship to the discipline itself. The office, the school, and the construction site—where conditions and agencies of architectural labor and knowledge are shaped and negotiated—are some of the most important domains for disciplinary self-repair. What is needed are toolkits for empowering and organizing architectural workers in their struggle for fairer employment conditions, pedagogical experiments that challenge power hierarchies in education and complicate the notion of authorship, and visions for architectural practices that are built on notions of collective care and solidarity. Reaching beyond these institutions, the projects in this section also show how architects increasingly subvert the existing self-image of their profession as the experts in charge of building ever more. Text: Marija Marić